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NEWS ONLINE 2002


 

Editorial

Jan Mokre

Die NEWS der Internationalen Coronelli-Gesellschaft werden dieses Jahr zum zweiten Mal veröffentlicht. Wir haben zur ersten Ausgabe 2001 viele positive Reaktionen bekommen, die uns gefreut und in unserem Bemühen um intensiveren Kontakt zwischen Vorstand und Mitgliedern bestärkt haben. Besonders positiv wurde von den Mitgliedern die konsequent zweisprachige Publikationsform aufgenommen.

Im laufenden Jahr 2002 unterzogen wir nun ganz in diesem Sinne auch unsere wissenschaftliche Zeitschrift DER GLOBUSFREUND einer wesentlichen Veränderung: Da in den letzten Jahren in zunehmendem Maße die Beiträge in DER GLOBUSFREUND sowohl in Deutsch als auch in Englisch abgedruckt wurden, erhöhten sich mit dem Umfang der Bände die Kosten für Druck, Papier und Postversand beträchtlich. Von Johannes Dörflinger herausgegeben, erschien deshalb unserer wissenschaftliches Journal erstmalig in zwei inhaltsgleichen, jedoch physisch getrennten Ausgaben - die englischsprachige unter dem Titel: GLOBE STUDIES. The Journal of the International Coronelli Society. Wir sind schon sehr auf die Reaktionen unserer Mitglieder und Abonnenten gespannt.

Im Jahr 2002 konnte die Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde zwei Jubiläen begehen: Die Gesellschaft wurde 50 Jahre alt und wir veranstalteten unser 10. Internationales Symposium zur Globenkunde.

Am 11. Juni 1952 konstituierte sich in Wien der "Coronelli-Weltbund der Globusfreunde" (Societas Corelliana Amicorum Globorum). Aus diesem Anlaß organisierten wir eine Festveranstaltung, die auf den Tag genau, 50 Jahre nach der Gründungsversammlung unserer Gesellschaft, am 11. Juni 2002, im barocken Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek stattfand. Mehr als 200 Gäste folgten einer Einladung des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft, die an alle Mitglieder, aber auch an zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Politik in Österreich, ergangen war.

In der vorliegenden Ausgabe von NEWS veröffentlichen wir die Festrede unseres Präsidenten, Peter E. Allmayer-Beck, die beiden Festvorträge von Univ.Prof. Dr. Wolfgang Scharfe vom Institut für Geografische Wissenschaften der Freien Universität Berlin sowie von Dr. Elly Dekker, der führenden Expertin auf dem Gebiet der Globenkunde, sowie einige Fotos des Festaktes. Wir hoffen auf diese Weise all jenen, die leider nicht nach Wien kommen konnten, um mit uns zu feiern, wenigstens einen Eindruck vom offiziellen Veranstaltungsteil vermitteln zu können. Nach der Festveranstaltung fand ebenfalls in den Räumlichkeiten der Österreichischen Nationalbibliothek - die sowohl durch ihr einzigartiges Globenmuseum als auch durch den Umstand, dass sie das Büro der Internationalen Coronelli-Gesellschaft beherbergt, der Globenkunde eng verbunden ist - ein von mehreren Sponsoren finanzierter Jubiläumsempfang statt, der bis 23 Uhr dauerte.

Zu beiden Teilen der Veranstaltung erhielten von vielen Festgästen außerordentlich positive Reaktionen. Diese bezogen sich sowohl auf die Beiträge, die Organisation und die Qualität der Speisen und Getränke als auch auf die gemütliche Stimmung an diesem Abend. Viele sagten zum Abschied: "bis Nürnberg" und meinten damit das 10. Internationale Symposium zur Globenkunde, unsere zweite Jubiläumsveranstaltung in diesem Jahr.

In Nürnberg trafen sich dann vom 23. bis zum 25. September Liebhaber, Wissenschaftler, Sammler, Händler, Restauratoren und andere am Globus Interessierte, um die neuesten Ergebnisse auf dem Gebiet der Forschung auszutauschen und um persönliche Kontakte anzuknüpfen oder aufzufrischen. Bitte lesen Sie dazu den Bericht in diesem Heft auf Seite ··. Ich möchte an dieser Stelle nur dem Hauptsponsor des Symposiums, der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, für die gewährte großzügige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Tagung sowie dem Museum für Kommunikation Nürnberg für die freundliche Gewährung des Gastrechtes und für die tatkräftige Hilfe während der Veranstaltung danken. Unser Dank gilt darüber hinaus dem Stadtmuseum Fembohaus und dem Germanischen Nationalmuseum für die erwiesene Gastfreundschaft. Die interessanten fachlichen Beiträge des 10. Internationalen Symposiums zur Globenkunde Nürnberg 2002 werden, wie gewohnt, im nächsten Band von DER GLOBUSFREUND bzw. in GLOBE STUDIES veröffentlicht werden.

Durch verstärkte mediale Präsenz sowie durch gezielte Information über unsere Gesellschaft auf kartographiehistorischen Kongressen und auf Veranstaltungen von Kartensammlern konnten wir im Jahr 2001 25 neue Mitglieder in unseren Reihen begrüßen. Bis Ende August 2002 traten weitere 23 Personen der Coronelli-Gesellschaft bei. Über diese positive Entwicklung des Mitgliederstandes freuen wir uns sehr und wir hoffen, dass es uns auch in Zukunft gelingen wird, Freunde des Globus auf uns aufmerksam machen zu können.

Dem Engagement unseres Vizepräsidenten, Peter van der Krogt, ist zu verdanken, daß viele Seiten unserer Homepage (http://www.coronelli.org) aktualisiert wurden und dass seit kurzem auch die in NEWS veröffentlichten Beiträge online abrufbar sind. Darüber hinaus können sich Interessierte jetzt auch online über unsere Homepage als Mitglieder anmelden.

Die vorliegende, zweite Ausgabe von NEWS enthält wieder verschiedene Artikel zu unseren festen Rubriken, interessante Detailinformationen in den "vermischten Nachrichten" und die Ergebnisse der wichtigsten Auktionen. Ich darf den Autoren für ihre Beiträge danken und noch einmal alle Mitglieder unserer Gesellschaft und überhaupt alle Globenfreunde bitten, uns Nachrichten und Informationen aus der Welt der Globen zukommen zu lassen, damit diese über NEWS verbreitet, aber auch bewahrt werden können.

 


 

Photos Jubiläumsfeier

Jubiläumsfeier im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Redner: Wolfgang Scharfe, Elly Dekker, Peter E. Allmayer-Beck.


50 Jahre Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde

Peter E. Allmayer-Beck

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich darf Sie im Namen des Vorstandes der Internationalen Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde sehr herzlich begrüßen und mich für Ihr zahlreiches Erscheinen bedanken. Mein Gruß gilt auch jenen Mitgliedern unserer Gesellschaft in 24 Ländern der Welt, die natürlich heute nicht alle hier sein können.

Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 11. Juni 1952, konstituierte sich in Wien der "Coronelli-Weltbund der Globusfreunde" (Societas Corelliana Amicorum Globorum). Die Gründungsväter - zu denen übrigens auch mein Vater, Dr. Max Vladimir Allmayer-Beck, gehörte - wählten den unermüdlichen Globenforscher und Propagandisten einer ernsthaften Beschäftigung mit historischen aber auch mit zeitgenössischen Globen, den Privatgelehrten Dipl. Ing. Robert Haardt, zu ihrem ersten Vorsitzenden.

Als Ziele des Weltbundes wurden damals folgende Punkte formuliert:

Dem Objekt Globus entsprechend, standen Weltoffenheit und Internationalität von Anfang an im Mittelpunkt des Wirkens der Gesellschaft. "Nicht nur ein Land, nicht immer nur das eigene Land in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen, (...) sondern immer wieder das Bild der ganzen Welt einer immer größer werdenden Zahl von Menschen vor Augen zu halten" wurde als Beitrag "zur erhofften und ersehnten Einheit der Welt" angestrebt. [Walter Schneefuß: Weltbund. In: Der Globusfreund 1/1952, S. 31]

Der Name und die erklärten Ziele der Gesellschaft wurden in den 50 Jahren ihres Bestehens mehrmals modifiziert - wir nennen uns nun nicht mehr "Weltbund" sondern "Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde" - Weltoffenheit und Internationalität sind aber immer das Fundament unserer Arbeit gewesen und werden es natürlich auch bleiben.

Wir haben uns heute versammelt, um dieses 50-jährige Gründungsjubiläum gemeinsam zu feiern. Der Ort unserer Zusammenkunft könnte passender nicht sein, stehen doch hier, im Mitteloval des Prunksaales der Österreichischen Nationalbibliothek, vier repräsentative, barocke Globen des Namensgebers unserer Gesellschaft, des Venezianischen Minoritenpaters, Universalgelehrten und Globenbauers, Vincenzo Coronelli.

50 Jahre scheint für die Beschäftigung mit so zeitlosen, universalen Objekten wie es Globen nun einmal sind, nicht lang zu sein. Der Schein trügt: die vergangenen 50 Jahre institutioneller, interdisziplinärer Beschäftigung mit Erd- und Himmelsgloben, Mond- und Planetengloben, Armillarsphären, Tellurien und Planetarien machen uns zu einer der ältesten Gesellschaften auf dem Gebiet der Kartographiegeschichte weltweit.

In diesen 50 Jahren ist - von Wien ausgehend - viel geschehen auf dem Gebiet der Beschäftigung mit dem Objekt Globus. Lassen Sie mich kurz die wichtigsten Eckpunkte des vergangenen halben Jahrhunderts erwähnen:

Angeregt durch ein 1921 von Edward Luther Stevenson in den USA veröffentlichtes, international beachtetes Werk über die Geschichte und Konstruktion von Erd- und Himmelsgloben, wurde 1922 von Eugen Oberhummer, Professor für Geographie an der Universität Wien, eine Studie über den Bestand alter Globen in Wien vorgelegt. Der bereits erwähnte Privatgelehrte, Robert Haardt, entwickelte in den 30er Jahren mit dem sogenannten "Rollglobus" einen neuartigen Globentyp. Haardt forcierte unermüdlich in zahlreichen Publikationen, aber auch auf mehreren internationalen Kongressen, die Beschäftigung mit Globen - vor allem eine internationale Bestandsaufnahme und die Einrichtung eines Globenmuseums in Wien. Da dafür damals keine öffentliche Finanzierung möglich war, eröffnete Haardt Ende der 40er Jahre als ersten Schritt in seiner Privatwohnung im vierten Wiener Gemeindebezirk ein privates Globenmuseum in dem auch mehrere Ausstellungen veranstaltet wurden.

1953 war dann die offizielle Gründung eines von öffentlicher Hand getragenen Globenmuseums möglich. Dieses bis heute einzige Globenmuseum der Welt wurde an die Kartensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek angegliedert. Somit befindet sich in Wien die einzige Institution, die sich spezifisch mit der Erwerbung von Globen, der Erforschung und der öffentlichen Präsentation dieser spezifischen Objektgruppe befasst. Der Bestand des Museums an alten Globen bildet die zweitbedeutendste Sammlung weltweit Um den Aspekt der öffentlichen Präsentation der Globen haben sich besonders verdient gemacht: in den 50er Jahren durch die Einrichtung des Museums der ehemalige Direktor der Kartensammlung Dr. Rudolf Kinauer und in den 80er Jahren durch die Neukonzeption der Ausstellung und Übersiedelung des Museums in neue Räumlichkeiten, Direktor Dr. Franz Wawrik.

1952 wurde, wie bereits erwähnt, der Coronelli -Weltbund der Globusfreunde in Wien gegründet. Der hier nun bereits mehrfach zitierte Robert Haardt bestimmte bis zu seinem Tod als erster Präsident die Entwicklung der Gesellschaft. Ihm folgte der Universitätslektor am Institut für Geographie der Universität Wien, Dr. Ernst Bernleithner, der die Gesellschaft 16 Jahre lang leitete. 1978 übernahm unser heutiger Ehrenpräsident, mein Vorgänger, Prof. Rudolf Schmidt, die Präsidentschaft. Rudolf Schmidt verdanken wir 22 Jahre kontinuierliche Arbeit und eine forcierte Internationalisierung, vor allem aber eine Öffnung der Gesellschaft in Richtung einer breiteren Öffentlichkeit abseits der eng umgrenzten Fachwelt.

Ein weiterer, in engem Zusammenhang mit der Internationalen Coronelli-Gesellschaft stehender Aspekt der Globenkunde hat in den letzten 50 Jahren einen enormen Aufschwung genommen: die Forschung über Globen und globenverwandte Instrumente.

In Wien wurde seit den 80er Jahren des 19. Jahrhundert, vor allem im universitären Rahmen, Globenforschung betrieben. Wesentliche internationale Impulse sind dem aus Wien stammenden, als Professor für Kartographiegeschichte nach Utrecht in die Niederlande berufenen Günter Schilder zu verdanken. Schilder etablierte in Utrecht einen Forschungsschwerpunkt der Kartographiegeschichte. Es ist uns eine besondere Freude, dass einer seiner Schüler, Peter van der Krogt, dem wir maßgebliche Beiträge zur Globenforschung verdanken, heute zweiter Vizepräsident unserer Gesellschaft ist.

Mehrere bedeutende, von Privatpersonen zusammengetragene Globensammlungen sind in den letzten 50 Jahren in Wien entstanden: stellvertretend für diese soll hier die Sammlung Schmidt genannt werden, die weltweit Anerkennung genießt. Rudolf Schmidt ist nicht nur das Sammeln ein Anliegen - er hat seine bedeutende Kollektion bereits mehrmals im Rahmen von Ausstellungen der Öffentlichkeit im In- und Ausland zugänglich gemacht und unterstützt auch das Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek mit wertvollsten Leihgaben.

Damit bin ich mit meinem Streifzug durch die 50-jährige Geschichte der Coronelli-Gesellschaft am Ende angelangt. Gestatten Sie mir nun einige Worte zu Gegenwart und Zukunft: Die Internationale Coronelli-Gesellschaft ist das Zentrum der Globenforschung. Unsere Statuten nennen als Ziel "die Beschäftigung mit dem Globus als spezifische kartographische Ausdrucksform, mit seiner Geschichte sowie seiner Stellung im soziokulturellen Kontext zu pflegen und zu fördern." Um dieses Ziel zu erreichen sammelt und archiviert die Coronelli-Gesellschaft alle für die Globenkunde relevanten Informationen und vermittelt den Informationsaustausch zwischen ihren Mitgliedern.

Mitglieder unserer Gesellschaft sind Globensammler, Globenforscher, Museumskuratoren, Restauratoren und Globenhändler aber auch Institutionen, die Globen besitzen, und Bibliotheken.

Die Coronelli-Gesellschaft fördert die wissenschaftliche Forschung durch die regelmäßige Abhaltung internationaler Symposien. Dieses Jahr, im September, wird in Nürnberg der 10. dieser Kongresse zur Globenkunde stattfinden.

Die Ergebnisse der Globenforschung veröffentlichen wir in einer wissenschaftlichen Publikationsreihe. 50 Bände dieser weltweit einzigen der Globenkunde gewidmeten Zeitschrift sind bereits unter dem Titel "Der Globusfreund" erschienen und von diesem Jahr an gibt die Coronelli-Gesellschaft zusätzlich eine englischsprachige Version unter dem Titel "Globe Studies" heraus.

Um den Kontakt mit und zwischen unseren Mitgliedern zu intensivieren und um Nachrichten aus der Welt des Globus schneller verbreiten zu können, gründeten wir als zweite Publikationsreihe vor einem Jahr die Coronelli-NEWS.

Für die Zukunft planen wir, aufbauend auf der Arbeit der letzten 50 Jahre und deren stetiger Weiterführung, eine stärkere Präsenz der Gesellschaft in der Öffentlichkeit.

Wir möchten die Faszination, die von der Beschäftigung mit Globen ausgeht, möglichst vielen Menschen vermitteln. Wir möchten aber auch mehr als bisher um Unterstützung für unsere Arbeit und unsere Publikationen ersuchen und bemühen uns daher vermehrt um Förderer und Sponsoren.

So darf ich mich zum Schluss bei jenen Persönlichkeiten und Institutionen sehr herzlich bedanken, die auf unbürokratische und spontane Weise substantiell dazu beigetragen haben, dass unsere Jubiläumsveranstaltung in dieser Form stattfinden kann. Bei der Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Frau Dr. Johanna Rachinger, die uns die Räume ihres Hauses zur Verfügung gestellt hat, beim amtsführenden Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft, Herrn Dr. Andreas Mailath-Pokorny, beim Vorstandsdirektor der österreichischen Volksbanken AG, Manfred Kunert, beim Industriellen Dkfm. Herbert Liaunig, bei Mag. Manfred Mautner Markhof von OBI Österreich, bei der Österreichischen Nationalbank, bei Dr. Willi Gorton von der Glücksstelle Hohe Brücke und beim Grafikstudio Sekulic & Niemetz.

Mein Dank gilt auch dem Direktor der Kartensammlung und des Globenmuseums, dem Generalsekretär unserer Gesellschaft, Herrn Mag. Jan Mokre und Frau Uli Gutsch, die in ihrer kargen Feizeit diese Veranstaltung organisiert haben.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 


Facetten eines Weltenmodells

Wolfgang Scharfe

Die Vielfalt der Möglichkeiten, sich der Sphäre, dem Globus, der Welt- oder Himmelskugel oder gar der Armillarsphäre zu nähern, übersteigt die Stunden dieses festlichen Abends bei weitem. Gestatten Sie mir daher, den Versuch zu unternehmen, der einem akademischen Vertreter der Kartographie - der modernen Kartographie ebenso wie ihrer Geschichte - sehr nahe liegt: Versuchen wir zunächst, die "Karte", das begriffliche Zentralobjekt der Kartographie, am Globus, heuer dem Objekt unseres intellektuellen Vergnügens, zu spiegeln, um sowohl den Charakter der Karten als auch denjenigen der Globen und Sphären, den Zentralobjekten der Globographie, zu verdeutlichen.

Diese Spiegelung soll uns den Globus so zeigen, wie ihn heute die meisten Studenten der Geowissenschaften über die Definition "Karte" kennenlernen: Die sieben allgemein kennzeichnenden Merkmale für "Karte" sind

Dabei umfaßt der jeweilige Raum, den eine Karte darstellt, in strengem mathematisch-geometrischen Sinne lediglich einen meist relativ kleinen Ausschnitt aus einem der dreidimensionalen Körper im Weltall, sei es die Erde, ein anderer Planet, ein Mond, sei es vielleicht auch demnächst ein Planetoid oder einer der Fixsterne.

Es muß an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß - wiederum in strengem Sinne - auch alle Erdkarten wie z. B. Planisphären, jedoch zum Teil auch bereits Karten von größeren Teilen eines Weltallkörpers - nicht alle erwähnten sieben Merkmale für Karten aufweisen. Denn in der Regel weisen diese Großraumkarten keine homogene maßstäbliche Verkleinerung im Verhältnis zur originalen Kugeloberfläche auf, was sich dem Kartennutzer durch Winkel- und Flächenverzerrungen bemerkbar macht. Diese Verzerrungen sind allerdings umso leichter zu vernachlässigen, desto kleiner die Ausdehnung des auf einer Karte dargestellten Raumes ist.

Wenn nun aber - in weiterem Sinne - auch nur eines dieser sieben Merkmale nicht zutrifft - zum Beispiel, wenn die kartographische Darstellungsform uns nicht verebnet, sondern - z. B. wie der Globus - in Kugelform entgegentritt, wird diese von den Kriterien der Karte abweichende Darstellung als "Kartenverwandte" oder "Kartenähnliche" Darstellung bezeichnet und damit gleichsam pejorativ in die hinteren Reihen der allgemeinen Karten-Bedeutung verbannt. Diese Tradition der Trennung von Karten und Kartenverwandten bzw. Kartenähnlichen Darstellungen hat im übrigen eine ihrer wissenschaftlichen Wurzeln in Wien.

Auch andere kartographische Darstellungsformen als den Globus hat das Schicksal ereilt, als Kartenverwandte Darstellung eingestuft zu werden: das Profil ebenso wie das Panorama, die Vogelschau wie das Blockbild, das Topogramm wie die Anamorphose.

Diese Spiegelung dokumentiert das kartographische Begriffssystem aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Karten und die Mehrzahl Kartenverwandter Darstellungen weithin zu einer ökonomiebetonten und ökonomiegesteuerten Massenware utilitaristischer Prägung mutierten. Denn die Papierkarte in zahlreichen ihrer Erscheinungsformen und inzwischen auch ein erschreckend hoher Prozentsatz von Internet-Karten entspricht nach Preis, Inhalt, Darstellungsform und Lebensdauer dem "Zeitgeist" von Infotainment und Wegwerfkultur. Die seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts emergierende Wissenschaft Kartographie hat dieses Begriffs-System bis auf den heutigen Tag beibehalten sowie in den digitalen Bereich entsprechend erweitert.

Jedoch, mit der gleichen, wenn nicht sogar mit einer ungleich größeren Berechtigung kann der kunstsinnige Globenliebhaber wie der wissenschaftliche Globenforscher den Globus zum Zentrum aller räumlichen Darstellungsformen von Weltallkörpern und des Universums erklären. In dieser Sichtweise würde dann die "Karte" zu einem peripheren Objekt von Weltenmodellen, weil ihr entscheidende Merkmale aller Weltenmodelle in Globusform fehlen.

Über diesen begrifflichen Ansatz möchte ich aber - und zwar prinzipiell - noch deutlich hinausgehen und die Forderung aufstellen, die Globographie als die eigenständige Wissenschaft von den Globen als Weltenmodellen der Kartographie als Nachbardisziplin und Partner auf gleicher Ebene zur Seite zu stellen, d. h. die Globographie nicht mehr als lediglich einen Teil der Kartographie zu betrachten.

Lassen Sie mich diese Forderung begründen: Die Karten und mehrheitlich auch die Kartenverwandten Darstellungen als Zentralobjekte der Kartographie einerseits sowie die Globen als die entsprechenden Zentralobjekte der Globographie andererseits weisen in den Kategorien

in strengem Sinne gleiche Merkmale, Entwurfsgrundlagen und -formen auf, so daß für beide Objektgruppen der Oberbegriff "Raummodelle" Verwendung finden kann.

Modelle sind durch ihre gegenüber den Originalen reduzierten Eigenschaften bzw. Parameter immer auf einen bestimmten Umfang an Informationen beschränkt. Ungeachtet dieser Reduktionen ermöglichen die Modelle ihren Nutzern, Aufgaben zu lösen, die am Original schwer oder nicht lösbar sind.

Neben diesen Gemeinsamkeiten von Globen und Karten gibt es aber auch Unterschiede zwischen ihnen. In den Kategorien

weisen Globen und Karten deutliche, teilweise sogar fundamentale Gegensätze auf. Dies ist die Grundlage für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten von Karten und Globen.

Bei der Definition der Karte war darauf hingewiesen worden, daß ein Kartenblatt lediglich einen meist relativ kleinen, verebneten Ausschnitt des jeweiligen dreidimensionalen Körpers im Weltall darstellt und Winkel- und Flächenverzerrungen umso leichter zu vernachlässigen sind, desto kleiner die Ausdehnung des auf einer Karte dargestellten Raumes ist. Damit ermöglichen es Karten ihren Nutzern, Probleme zu lösen, die vor allem darauf beruhen, daß der Kartennutzer Elemente oder Elementgruppen eines ihm bekannten Raumes im Kartenbild wiederfindet oder er auf der Grundlage bekannter Räume sich neue Räume erschließen kann. Diese Form der Kartennutzung setzt Maßstäbe voraus, die es erlauben, eine ausreichende Zahl topographischer oder thematischer Details in Form gut lesbarer, decodierbarer Zeichen im Kartenblatt darzustellen. Diese Forderung ist gleichbedeutend mit Maßstäben größer als etwa 1 : 1 Million und den daraus resultierenden Selektionsprozessen bei der Generalisierung. Die Methoden der Kartennutzung wie

beruhen weitestgehend auf diesen Voraussetzungen bzw. bedingen sogar wesentlich größere Maßstäbe, d. h. auch ein geringeres Ausmaß an Generalisierung.

Bei den Erdgloben erfolgt die Angabe der Verkleinerung gegenüber den realen Größenverhältnissen nicht explizit, sondern über den Globendurchmesser. Damit sind für den Nicht-Fachmann Maßstab und Generalisierungsgrad von Erdgloben nicht vergleichbar mit den entsprechenden Werten für Karten oder Kartenverwandte Darstellungen. Die Globographie hat bereits eine eigene Begrifflichkeit gefunden, die ich hier mit Hilfe von Beispielen übersetzen möchte:

Wollte man die Erde als Erdglobus im Maßstab 1:1 Million darstellen, also in einer Größe, wie sie für einige wissenschaftliche und militärische Zwecke gerade noch passend wäre, betrüge der Globusdurchmesser 12,74 Meter! Erinnern wir uns: Die Großgloben von Vincenzo Coronelli haben Durchmesser von 1, 1 Meter (entspricht einem Maßstab von 1:11,6 Millionen) bzw. 3,84 Meter (entspricht 1:3,3 Millionen). Etwa 80-90 % der in Sammlungen nachgewiesenen Erdgloben weisen dagegen Durchmesser auf, die unter 41 cm liegen. Die entsprechenden Maßstäbe liegen dann bei etwa 1 : 31 Millionen und kleiner. Karten dieser Maßstäbe finden sich in der Regel in geographischen Schulatlanten und zeigen ganze Kontinente und größere Meeresräume. Weltkarten in diesen Atlanten zeigen mittlere Maßstäbe von 1:60 bis 1:90 Millionen; die entsprechenden Erdgloben weisen etwa 20 cm Durchmesser und weniger auf.

Diese numerischen Vergleiche zeigen überdeutlich, daß die Nutzungsmöglichkeiten für Erdgloben mit denjenigen für Karten im oben angegebenen Sinne in der Regel überhaupt nicht vergleichbar sind.

Die Objekte der räumlichen Kommunikation, die bei Karten und Kartenverwandten Darstellungen durch punkthafte, linienhafte und flächenhafte Einzelzeichen und deren Gesamtmuster zum Ausdruck gebracht werden, sind zwar auf Erdgloben gleichfalls vorhanden. Diese Zeichen und Muster müssen aber auf der Mehrzahl der Erdgloben gegenüber den Kontinentflächen und -großstrukturen, wie z. B. Flüssen, Gebirgen, z. T. auch städtischen Agglomerationsflächen, als sekundär eingestuft werden. Im Vordergrund stehen dagegen bei Erdgloben ganz allgemein Phänomene weltumspannender oder mindestens kontinentteilgroßer Dimensionen und Bedeutung, die der Erdglobus dem Nutzer als Objekte der räumlichen Kommunikation darbietet. Dieses Angebot allein würde den Erdglobus von kleinmaßstäbigen Karten bzw. Kartenverwandten Darstellungen, die gesamte Erde mit oder ohne Wiederholung randlicher Gebiete zeigen, nicht unterscheiden.

Für die Karte ist die Verebnung, d. h. der Verlust der dritten Dimension in direkter Darstellung, eine conditio sine qua non für zahlreiche Nutzungsmethoden und macht in den wichtigsten Kartenmaßstäben auch durchaus Sinn. Im Gegensatz dazu erhält der Erdglobus mit der geometrischen Großform "Kugel" das für ihn spezifische Analogie-Merkmal des Modell-Originals "Erdkörper".

Das gleichfalls dreidimensionale "Relief" konkurriert mit dem Erdglobus in der Regel nicht, weil das Relief topographisch meist auf einem Kartenblatt großen bis mittleren Maßstabs (1:25.000 / 1:300.000) aufgebaut ist und demzufolge - im Verhältnis zum gesamten Erdkörper - lediglich geometrische "Kleinformen" veranschaulicht.

Fassen wir die Ergebnisse der Spiegelung von Erdglobus und Karte zusammen, so tritt uns der Erdglobus als ein Kommunikationsmittel entgegen, das in der Analogie von Form und Oberfläche des Erdkörpers, d. h. dreidimensional, großräumige, erdgebundene Phänomene nach Lage, Größe und Dynamik vermittelt. Als direktes Nutzungsziel steht dabei einerseits die rasche und präzise Erkenntnis von dreidimensionalen großräumigen Lagebeziehungen im Vordergrund, die für den Nutzer in verebneten Karten überhaupt nicht oder erst über erhebliche Abstraktionsvorgänge kognitiv erfaßbar werden.

Andererseits vermag nur der Globus - sei es als Erdglobus oder als Himmelsglobus - Erscheinungen im Zusammenhang mit der Lage der Erde im Sonnensystem bzw. im Weltall rasch verständlich zu machen. Als Beispiele seien genannt: Rotation des Himmelgewölbes - Entstehung von Tag und Nacht - Drehung der Erde - Auf- und Untergang von Sternen - Zeitdifferenzen und Zeitzonen - Entstehung der Jahreszeiten - Schiefe der Ekliptik.

Diese Ergebnisse sind formuliert in der Sprache der Informations- und Kommunikationswissenschaft Kartographie an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Sie reichen aber nicht aus, um die Bedeutung des Globus allgemein und vor allem in der historischen Dimension gerecht zu werden. Denn neben der I&K-Ebene treten weitere Ebenen, auf denen der Globus, die Kugel als Weltallkörper, als Welten-Modell, eine wesentliche Rolle spielt.

1. Die Kugel-Form des Globus in allen seinen Bedeutungen verkörpert nicht nur, sondern wurde und wird auch begriffen als Einheit, als ein in sich geschlossenes Ganzes z. B. im Gegensatz zu der Vielzahl von Kartenblättern, die uns als meist kleine und unselbständige Partikel von Planetenoberflächen entgegentreten.
Zudem begegnet uns jeder Globus mit einer endlosen, wenn auch begrenzten Oberfläche - aber ohne jeden Rand, wie er als Grenze zum räumlichen Nirwana der Unvollkommenheit als prototypisch für Kartenbilder - egal welches Planeten - gelten kann.
Darüber hinaus stehen Kugel-Form, Kugel-Oberfläche und Kugel-Volumen in einem optimalen dreidimensionalen mathematischen Bezug zueinander: Einzig und allein bei dieser Form umschließt eine minimale Oberfläche einen maximalen Rauminhalt.
Dieses Verhältnis setzt sich in gewissem Sinne beim Übergang vom dreidimensionalen Raum zur zweidimensionalen Ebene dadurch fort, daß die Orthodrome einerseits mit ihrer Kreisperepherie eine maximale Kreisfläche umschließt sowie andererseits als kürzeste Verbindung von zwei Punkten auf der Kugel die gleiche Funktion besitzt wie die Gerade in der Ebene.

2. Wenn im Titel meines Beitrages zu diesem festlichen Abend der Begriff "Welten-Modell" verwendet wird, so geschieht dies, um das Phänomen zu verdeutlichen, daß nicht nur die Modelle der festen "Welten" - also z. B. der Planeten und ihrer Monde in unserem Sonnensystem -, sondern auch die Modelle des gesamten Kosmos in Form von Himmelsgloben mit den Gestirnen sowie von Armillarsphären als dreidimensionale kugelähnliche Kompositionen unterschiedlicher Weltensysteme - geozentrisch wie heliozentrisch - transformiert worden sind.
Diese Feststellung mag zunächst dem Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts als banal erscheinen, steht dieser Zeitgenosse doch am Ende einer mehr als 10 Jahrtausende umfassenden Kette von kumuliertem, tradiertem und globalisiertem Wissen.

3. Ein Blick in die Vergangenheit macht dagegen rasch deutlich, daß das kugelbasierte Welten-Modell nicht das einzige und sehr wahrscheinlich nicht das erste Modell war, das dem Mythos des menschlichen Glaubens und dem rationalen Geist der menschlichen Beobachtung und Analyse entsprungen ist. Das Kugel-Modell stand als Modell - und zwar von Erde und Kosmos - zunächst in Konkurrenz mit anderen - vor allem zweidimensional entworfenen oder tradierten - Weltbildern, von denen ein großer Teil nur bruchstückhaft oder vage überliefert ist.

Als eines der frühen Weltbilder und Weltenmodelle kann dasjenige gelten, das mit der ägyptischen Gottheit und Göttermutter Nut verbunden ist. Sie beugt sich so über die Erde, daß Hände und Füße die Erde berühren. Jeden Abend verschlingt sie die Sonne, die nachts durch ihren Leib wandert und am Morgen neu geboren wird. Auch alle übrigen Gestirne gelten als ihre Kinder. Ihr gekrümmter Leib nimmt die Seelen der Toten in den Himmel. Diese Abbildung der Göttin Nut ist seit dem Neuen Reich (ca. 1500 v. Chr.) auf Särgen enthalten und - wie in der ägyptischen Raumdarstellung ohne Perspektive üblich - nur als zweidimensionales Bild überliefert. Der Erdkörper wir anthropomorph mit dem Universum verbunden. Ähnliche Ansätze zur Erklärung der mythologischen wie rationalen Vorstellungen mag es in vielen Kulturen gegeben haben.

Aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. ist eine babylonische Tontafel auf uns gekommen, die das Euphrat-Tigris-Gebiet mit einer kreisringförmigen und nach außen siebenzackigen Umrahmung darstellt. Der Kreisring als mythologischer "Bitter-Fluß" - vielleicht dem "Okeanos" der Griechen vergleichbar - und die Zacken als "Bezirke" bilden den Übergang zum "Himmlischen Ozean" mit seinen Gestirnen. Bereits zu dieser Zeit wurden die Gestirne z. T. in der noch heute üblichen Weise, z. T. in anderer Form zu Gruppen mit Tiernamen zusammengefaßt. Diese Tontafel bildet ein wesentliches graphisch-kartographisches Beispiel für den mythologisch-astronomischen Vorstellungs- und Kenntnis-Schatz der Kultur im Zweistromland. In der ägyptischen wie der mesopotamischen Weltendarstellung findet anstelle der Kugel der Kreis als Grenzform des menschlichen Lebensbezirks Verwendung.

Gleichfalls aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. wird von dem Vorsokratiker Anaximandros v. Milet berichtet, er habe mehrere Hypothesen aufgestellt, darunter:

Es blieb Pythagoras von Samos und seiner Schule - hier vor allem Archytas von Tarent - vorbehalten, im 5./4. Jahrhundert v. Chr. als erste die Lehre von der Kugelgestalt der Erde und der Himmelskörper zu verbreiten.
Ein ursprünglich im 3. Jahrhundert v. Chr. hergestellter Himmelglobus ist in einer Kopie aus dem 1./2. Jahrhundert nach Chr. als "Atlante Farnese" (heute Museo Nazionale Napoli) erhalten geblieben.

Ein Erdglobus mit etwa drei Metern Durchmesser aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert, der Kratos von Mallos zugeschrieben wird, soll in Pergamon hergestellt worden sein und vier symmetrische Lebensbereiche der Erde - einschließlich der "Ökumene" - enthalten haben. Auf diesen Globus soll der mittelalterliche Reichsapfel zurückgehen.

Auch die "Tabula Peutingeriana", ein "Itinerarium pictum" mit der Topographie des 4. Jahrhunderts nach Chr. und in einer Kopie des 12./frühen 13. Jahrhunderts erhalten, kann als Weltenmodell des Altertums angesprochen werden. Allerdings ist hierbei keinerlei mythologische Basis mehr erkennbar, sondern eher die Nähe zu einer kartographischen Frühform des Erdbildes.

Zu den streng durch die räumlichen Informationen der Bibel geprägten Weltbildern des frühen Mittelalters gehört die Sichtweise des in Alexandria tätigen Kosmas Indikopleustes (= der Indienfahrer) aus dem 6. Jahrhundert. Er richtete sich sowohl gegen die Werke des Ptolemäus als auch gegen alle Vorstellungen von der Kugelgestalt der Erde und des Himmels. Dieses Weltenmodell ist rechteckig, wird vom Okeanos umflossen, enthält im Osten das Paradies und wird überwölbt von einem zweigeschossigen, endlichen Tabernakel.

Lassen Sie uns die Auswahl an Konkurrenten zum kugelförmigen Weltenbild mit einem von den altweltlichen Einflüssen unberührten Modell beschließen: dem im Codex FŽjev‡ry-Mayer enthaltenen altmexikanischen Weltbild in einem Exemplar aus dem 15. resp. 16. Jahrhundert. Es wird geprägt von Gottheiten, die in mehreren mythologiebestimmten, regelmäßig angeordneten Abbildungen nach den vier Haupthimmelsrichtungen ausgerichtet sind. Affinitäten zu Weltenbildern in Kugelform lassen sich hierbei ebensowenig ableiten wie bei der Weltvorstellung von Kosmas Indikopleustes.

Ungeachtet dessen bleibt festzuhalten, daß die in vielerlei Hinsicht mathematisch-geometrisch bestechende Kugelform bereits im Altertum in Darstellungen der irdischen Welt sowie in solche des Himmels, von Sonne und Mond sowie des Sternenzeltes umgesetzt worden ist. Dabei hat bei der Konkretisierung von Himmelsgloben im Altertum sicherlich die kognitive Analogie des sichtbaren Himmels und seine Interpretation als festes geometrisches Kugelgewölbe eher eine Rolle gespielt als die georäumliche Kugelhypothese eines Kratos von Mallos. Es spricht aber für die faszinierende Wirkung der Kugelgeometrie zur Darstellung von Himmel und Erde, wenn nicht nur Martin Behaim mit seinem Globus 1492 noch vor dem Bewußtsein um die Entdeckung einer Neuen Welt, sondern auch Waldseemüller 1507 bereits vor der magellanischen Erdumseglung parallel zu seiner Weltkarte Globussegmente zur Präsentation ihrer Kenntnisse und Überzeugungen eingesetzt haben. Ein Jahrhundert später wird sich mit Hilfe des Fernrohrs auch der Aufbruch in neue Welten vorbereiten, die außerhalb des irdischen Kugelkörpers liegen und zur Globendarstellung von Erdmond und Planeten führen.

Lassen Sie mich diesen Beitrag zum Coronelli-Jubiläum mit folgenden Gedanken beenden:

Der Globus hat nicht nur eine kaum zu überschätzende Bedeutung als Kommunikationsmittel für Geographie, Kartographie und Astronomie besessen, sondern wurde auch eingesetzt, um die entsprechenden Tätigkeiten von Menschen zu kennzeichnen und der Macht in ihren vielfältigen Formen als Symbol zu dienen.

Es kann nicht verwundern, wenn in einer frühen Phase Claudius Ptolemäus am Campanile des Florentiner Doms (um 1330) mit Globus und Quadrant sowie in der Ptolemäus-Ausgabe Ulm 1482 mit Globus und Zirkel gekennzeichnet wird. In seiner Person vergesellschaften sich Kartographie und Globographie zu einer untrennbaren Einheit.

Bei einem Porträt, das Gerard Mercator im 62. Lebensjahr (1574) darstellt, werden Erdglobus und Zirkel sinnbildhaft eingesetzt, und zwar einerseits allgemein, um ihn als Wissenschaftler und Hersteller von Globen und Karten zu charakterisieren, und andererseits speziell, um auf Mercators Forschungen über die Kompaß-Mißweisung aufmerksam zu machen.

1620 hat die Stadt Nürnberg mit zwei Globenpokalen dem schwedischen König Gustav II. Adolf als einem Träger hoher Macht ihre Reverenz erwiesen und dabei die Globus-Form verwendet. Der Globus erhält auf diese Weise die Bedeutung als ein Attribut der Macht, das zwar auch Karte und Kartographie in historischem Kontext aufweisen, das aber vom Globus wesentlich prägnanter - im wahrsten Sinne des Wortes - "verkörpert" wird.

Das Gemälde von Jan Vermeer "Der Geograph" von 1668 verweist als ein Beispiel von vielen aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert darauf, daß und wie der Globus auch zum Kennzeichen bürgerlicher Gelehrtheit geworden war.

Seit den Zeiten der radikalen politischen Umwälzungen im Gefolge der französischen Revolution wurde der Globus vor allem in Karikaturen zur Metapher für das Streben nach Vormachtstellung zunächst in Europa, dann als "Imperialismus" in allen Erdteilen. Es wird heute häufig übersehen, daß der siebenjährige Krieg (1756-1763) nicht nur in Mitteleuropa zwischen Österreich und Preußen, sondern auch in Nordamerika als 1. Weltkrieg zwischen England und Frankreich ausgetragen wurde - der "Lederstrumpf" von James Fenimore Cooper berichtet in literarischer Form von den zeitgenössischen Kriegshandlungen.

In die Moderne des 20. Jahrhunderts führt uns der Kinofilm "Der große Diktator", bei dem Charles Chaplin einerseits und ein leicht beweglicher Erdglobus andererseits zwei Hauptrollen spielen. Dabei bewegt Chaplin den Globus übermütig wie ein Spielzeug, um seinen Machttraum zu artikulieren - der Globus zerplatzt schließlich ebenso wie der Traum des "Großen Diktators".

Ein Globus, wie ihn Charles Chaplin benutzte, hat es tatsächlich gegeben, und dieser Globus fand auch nach dem Vorbild des "Großen Diktators" an vielen Stellen Verwendung. Etwa 1938 hat der in Berlin ansässige Columbus-Verlag - als größter deutscher Globenhersteller - dem Zeitgeist mit der Herstellung eines "Großglobus für Staats- und Wirtschaftsführer" entsprochen. Dieser Großglobus mit einem Durchmesser von 106 cm und einer Höhe von insgesamt 165 cm wurde "in beschränkter Reihenauflage" zum Subskriptionspreis von 2000,- Reichsmark angeboten. Interessanterweise erfreuen sich die Exemplare dieses Globus, die den 2. Weltkrieg überlebt haben, inzwischen wieder einer regen Nachfrage.

Diese in die Vergangenheit gerichteten Gedanken möchte ich mit einem Blick in die Zukunft abschließen:
Im Jahr des 50. Gründungsjubiläums der Internationalen Coronelli-Gesellschaft findet ihr 10. Symposium vom 23. bis 25. September im Museum für Kommunikation in Nürnberg statt. Bereits vom 19. bis 21. September wird an gleicher Stelle das 11. Kartographiehistorische Colloquium der Deutschen Gesellschaft für Kartographie veranstaltet werden. Dadurch haben die Teilnehmer beider Tagungen erstmals die Möglichkeit, auch die Vorträge und Diskussionen der Nachbartagung ohne zusätzliche Ortsveränderungen wahrzunehmen.

Dieses glückliche Zusammentreffen - und diese Anregung möchte ich der Festversammlung unterbreiten - sollte genutzt werden, um von beiden Gremien über Formen und Inhalte einer weitergehenden Kooperation und gegenseitigen Befruchtung nachzudenken und zu diskutieren, als sie in Form von Doppelmitgliedschaften in beiden Gesellschaften bereits existiert. Im Rahmen der Kartographiehistorischen Colloquien sind z. B. Vorschläge gemacht worden, die fachlichen Aktivitäten dadurch zu steigern, daß die Colloquien durch kleinere, thematisch akzentuierte Vortragsfolgen oder Workshops - auch mit Weiterbildungscharakter - ergänzt werden könnten.

Vielleicht ergeben sich im Laufe des Festabends erste Gelegenheiten, sich über diese Anregung auszutauschen.


 

Der Globus zwischen Dichtung und Wahrheit

Elly Dekker

Wir, die wir die Erde als Ganzes erblickt haben - auf Karten, Globen, oder Satellitenfotos - können uns nur schwer in die Perspektive von Menschen versetzen, die dies nicht getan haben. Unser geistiges Auge hat das Bild einer schwebenden, blauen und grünen Kugel mit genau begrenzten Ozeanen und Kontinenten so vollständig aufgenommen, dass es Teil unserer Intuition geworden ist. Dennoch lebte und starb ein Großteil der Menschheit ohne jemals auch nur eine Andeutung dieses Bildes erhascht zu haben und auch heute existieren isolierte Gruppen von Menschen, die keine Kenntnis davon besitzen. Bei diesen tritt der menschliche Geist an die Stelle von Karten, um der bewohnten Welt Gestalt und Struktur zu verleihen; wo empirische Daten fehlen, werden andere Mittel eingesetzt - Theorie, Mythos, Fantasie - um den Raum, in dem die Menschen leben, zu definieren und darzustellen. [James S. Romme, The edges of the Earth in ancient thought, Princeton, 1992, S. 9]

Diese präzise Zusammenfassung der Art und Weise, wie Menschen mit Abbildern der Welt umgehen, könnte - von meiner persönlichen Perspektive aus betrachtet - sehr gut auch als Grundlage für eine Deklaration der Ziele der Coronelli-Gesellschaft dienen: die vielfältigen Bilder zu studieren, zu enträtseln und zu erklären, die sich Menschen zu allen Zeiten von der sie umgebenden Welt gemacht haben.
Alle Abbilder der Welt wurden und werden innerhalb eines bestimmten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhanges geschaffen. Bevor man diese Zusammenhänge erfassen kann, muss man sie im Rahmen der jeweiligen zeitgenössischen Ideen und Werte untersuchen. Das gilt ganz besonders für Modelle der Welt wie Globen und Armillarsphären, die seit der Antike von den verschiedensten Herstellern erzeugt wurden: von Wissenschaftlern und Künstlern, Frauen und Mönchen, Lehrern und Schulkindern.

Globen wurden für unterschiedliche Zwecke produziert: um wissenschaftliche Probleme zu lösen, um Ideen und Begriffe zu vermitteln, um Astronomie und Geographie zu unterrichten, oder um als Statussymbol der Mächtigen zu dienen. Die Coronelli-Gesellschaft fasst durch ihre Aktivitäten die diversen Zugänge zum Globus zusammen und ermöglicht die fruchtbare Zusammenarbeit von Sammlern, Museumskuratoren, Restauratoren, Geographen, Astronomen und Forschern in der Wissenschafts-, Kartographie- und Instrumentengeschichte. Auf diese Weise wurde in den vergangenen fünfzig Jahren unser Wissen über die Standorte zahlreicher alter Globen bedeutend erweitert. Es gibt heute nationale Globeninventare in vielen Ländern und zahlreiche Museen haben detaillierte Kataloge ihrer Sammlungen erstellt oder planen, dies demnächst zu tun.

Die Bemühungen der Coronelli-Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung mit dem Globus in jedem nur erdenklichen Zusammenhang haben deutlich gemacht, dass die Erschaffung von Abbildern der Welt der Menschheit seit frühester Zeit innewohnt, schon, als dabei vor allem Fiktion und nicht so sehr Tatsachen zum Ausdruck kamen. Das beste Beispiel eines frühen Abbilds ist Homers bekannte Beschreibung der Welt wie sie auf dem Schild des Achilles zu sehen war, wo Hephaistos

"... die Erde erschuf und den Himmel und das Meer, und die unermüdliche Sonne und den satten Vollmond, und alle die Himmel krönenden Sternbilder, die Plejaden, Hyaden, den mächtigen Orion und den Bären, dem die Menschen auch den Namen Wagen gaben: sie dreht sich an demselben Ort und hält Ausschau nach Orion, und sie ist die einzige, die nicht im Ozean badet." [Homer, Iliad 18.483-608, translation by Hammond 1987, cited by Emma Gee, Ovid, Aratus and Augustus. Astronomy in Ovid's Fasti, Cambridge, 2000, S. 38.]

Homers poetische Art auszudrücken, dass das Sternbild Großer Bär niemals unter dem Horizont verschwindet, zeigt uns, dass selbst bei ihm Tatsachen vorkommen. Für die meisten heutigen Stadtbewohner ist der Anblick des Horizonts keine alltägliche Erfahrung. Nur im Urlaub haben wir vielleicht Gelegenheit wahrzunehmen, wie der Ozean den Horizont definiert und den Blick auf die uns umgebende Welt begrenzt. Es mag dann auch geschehen, dass das Auf- und Untergehen der Sonne und der Sterne, oder ein Vollmond unsere Phantasie beflügelt, und dass wir für kurze Zeit die Welt so erleben, wie das in der Antike der Fall war. Dann verstehen wir auch besser die Probleme, die auftreten, wenn man der bewohnten Welt Gestalt und Struktur verleihen will. Wenn es kein satellitengestütztes Navigationssystem, keine genauen Uhren, ja nicht einmal einen Kompass gibt, ist es keine Kleinigkeit, den eigenen Platz auf der Erde finden zu wollen. Ein klares Verständnis astronomischer Phänomene ist dafür unerlässlich. Umgekehrt muss der Astronom den eigenen Standort auf der Erde kennen, um die unterschiedlichen Tageslängen verstehen zu können. Diese wechselseitige Abhängigkeit schuf eine Jahrtausende währende Beziehung zwischen Geographie und Astronomie.

Durch die fruchtbare Wechselwirkung zwischen Geographie und Astronomie kam es in der Antike zur Entwicklung kugelförmiger Modelle des Himmels und der Erde - eine Entwicklung, die zuletzt das sogenannte Zwei-Kugel-Modell hervorbrachte. Dieses bestand aus "zwei konzentrischen Kugeln, wobei die innere Kugel die Erde und die äußere die Sphäre der Fixsterne repräsentierte" [Alan C. Bowen und B. R. Goldstein, 'A new view of Early Greek Astronomy', Isis 74 (1983) S. 330-340, sp. S.333.]

Vermutlich war dieses Modell der fundamentale Beitrag des griechischen Astronomen und Geographen Eudoxus von Knidos in der ersten Hälfte des 4. vorchristlichen Jahrhunderts; es ist jedoch anzunehmen, dass alle wesentlichen Bestandteile dieses Modells, nämlich die Kugelgestalt des Himmels, die Position der Erde im Mittelpunkt und die Idee, dass die Fixsterne um die Erde rotieren, bereits vor Eudoxus bekannt waren. Das Neue an seinem Modell war die "mathematische Analogie zwischen der Himmels- und der Erdkugel, nämlich eine Analogie, die vom Prinzip ausging, dass die Eigenschaften der einen Kugel jenen der anderen Kugel entsprechen mussten". [Bowen und Goldstein, op.cit. S. 333.]

Auf diese Analogie stützten sich die frühen Geographen bei der Strukturierung der bewohnbaren Welt. Unter jedem der Himmelskreise, wie z.B. dem Äquator, den Wendekreisen und den "stets sichtbaren und unsichtbaren" Kreisen, liegt ein entsprechender Erdkreis desselben Namens. Diese Erdkreise sind die natürlichen Grenzen zwischen den Zonen der Erde. (Strabo) Die Himmelsphänomene, die mit diesen Kreisen in Verbindung gebracht wurden, dienten auch zur Erklärung der Lebensbedingungen auf der Erde und der Unterschiede zwischen den Völkern. Die "schwarze Haut und das dicke, krause Haar" der Äthiopier, die in den trocken-heißen Zonen zwischen Äquator und Wendekreisen lebten, wurden auf die ständige Einwirkung von Hitze zurückgeführt. Die wilden Sitten der Skythen, welche "die Bären über ihren Köpfen hatten" und "weit entfernt vom Tierkreis und der Sonnenhitze" lebten, waren Folge der ständigen Kälte ihres Lebensraumes. [Ptolemäus, Tetrabiblos, II.2, translation by F. E. Robbins, London,1980, Erstausgabe 1940, S. 124.] Die Menschen schließlich, die in der gemäßigten Zone zwischen dem Sommer-Wendekreis und dem Sternbild der Bären unter idealen Lebensbedingungen lebten, "sind deshalb von mittlerer Hautfarbe, moderater Gestalt, ausgeglichenem Gemüt, sie leben nahe bei einander und sind zivilisiert in ihren Gewohnheiten". [Ptolemäus, Tetrabiblos, S. 125.]

Die innige Beziehung zwischen den Himmeln und der Erde, die im Zwei-Kugel-Modell der Griechen zum Ausdruck kam, beeinflusste auch die Gestalt der bekannten Erd- und Himmelsgloben, wie sie ab dem 15. Jahrhundert und bis vor kurzer Zeit hergestellt wurden. Jahrhunderte lang waren solche Globenpaare ein gebräuchliches Lehrmittel im Astronomie- und Geographieunterricht.

Betrachtet man diese Modelle in elementarer Weise, so erkennt man eine Reihe von Funktionen, welche uns die Rolle von Modellen in der Wissenschaft, im Unterricht und in der Gesellschaft verständlicher machen. Für gewöhnlich versteht man unter einem Modell eine verkleinerte, maßstabgetreue Kopie oder Imitation eines bestimmten Objekts, zum Beispiel eines Schiffes oder Gebäudes. Modelle der Welt, wie sie Globen darstellen, sind jedoch weit entfernt von der Realität. Da das so ist, fragt man sich, welche Wirkung Globen auf die westliche Kultur ausgeübt haben. Eine umfassende Antwort auf diese Frage könnte sehr wohl ein Forschungsprogramm der Coronelli-Gesellschaft in den nächsten fünfzig Jahren bilden. Ich versuche deshalb jetzt auch nicht, darauf eine Antwort zu geben. Dennoch möchte ich einige Bemerkungen über die erkenntnistheoretische Bedeutung machen, die der Globenforschung auch weiterhin zukommen wird.

Zu den wichtigsten Aspekten von Modellen wie es Globen und Kugeln sind gehört etwas, das ich den "Puppenhaus-Effekt" nennen möchte. Viele von uns werden sich an das Kindheitserlebnis erinnern, ein Puppenhaus zu betrachten. Es war praktischer Weise vorne offen, sodass man auf einen Blick die Organisation des Hauses sah, die Struktur seiner Zimmer und die Art, wie diese zu einander in Beziehung standen. Für ein Kind ist ein Puppenhaus nicht nur ein Spielzeug, sondern auch eine Möglichkeit, über unbekannte, oft hinter Türen verborgene Räume, aus welchen die Welt der Erwachsenen besteht, Kontrolle zu gewinnen: das Arbeitszimmer, die Küche, das Speisezimmer, usw. Das Puppenhaus vermittelt also einige Botschaften: es stellt uns Wissen über die Struktur des Raumes rund um uns zur Verfügung und sagt etwas über die Art der Beziehung seiner Teile zu einander aus. Es gibt Gänge, welche die Zimmer und Stiegen, welche die Stockwerke verbinden. Wissen über den uns umgebenden Raum erzeugt in uns ein Gefühl der Macht oder Kontrolle über diesen Raum; nicht zuletzt jedoch bereiten Puppenhäuser einfach auch großes Vergnügen. Alle drei Aspekte des "Puppenhaus-Effektes" sind tatsächlich auch in den vielfältigen Wirkungen erkennbar, die Globen in der Gesellschaft entfaltet haben.

Die wichtigste Rolle von Globen in Wissenschaft und Bildung war es, die uns umgebende Welt auf eine bestimmte, geordnete Weise darzustellen. Die erste Botschaft, die uns der Globus vermittelt, ist die seiner Kugelgestalt. Als Strabo oder Ptolemäus lebten, war es offenbar nicht vorrangig, die Kugelgestalt der Erde abzubilden. Man zog Karten einer dreidimensionalen Darstellung vor, vielleicht auch nur deshalb, weil man nur einen sehr kleinen Teil der Erde für bewohnbar hielt. Diese Situation veränderte sich in der Renaissance, als in Westeuropa durch das Interesse an Mathematik die Verwendung von Modellen Aufschwung erhielt. Modelle, besonders kugelförmige, halfen bei der Lösung einer Vielzahl der in Astronomie und Geographie auftretenden mathematischen Probleme. Der Wiener Astronom Johannes von Gmunden war einer der ersten Lehrer, der eine Armillarsphäre im Unterricht einsetzte. Von einem seiner Schüler, Georg Peurbach, wird berichtet, dass er "Globen und viele andere Instrumente" hergestellt hatte. Peurbach, der an der Universität Vorlesungen über römische Dichter hielt, verfasste selbst ein Gedicht über die Natur, in dem er seiner Dankbarkeit gegenüber der Mathematik Ausdruck verlieh:

"Euklid stellt die Regeln zusammen, durch die ich verständlich das Maß in allen Dingen gefunden habe, auf welche Art und Weise ein Vergleich von Sonne, Sternen, Mond und der verfinsterten Erde im Geiste des Menschen zur Erkenntnis werden kann, welcher von diesen Himmelskörpern am kleinsten ist und welcher die größte Masse hat. Welchen Gang der Mond entlang der einzelnen Sphären der ganzen Welt vollführt; einmal hinkt er hinter der Sonne nach und einmal sieht ihn der in den Meereswogen untergehende Phöbus vor sich; wieder ein anderes Mal, steht er Dir, o Phöbus, zur Seite und dann wieder hält der Mond Dir die Hörner entgegen. Warum sich die Bären fürchten, vom Meere berührt zu werden und an welchen Ort am Himmel sich dieses Sternbild zurückzieht".
[Helmuth Grössing, Humanistische Naturwissenschaft. Zur Geschichte der Wiener mathenatischen Schulen des 15. und 16. Jahrhunderts, Baden-Baden, 1983, S. 211.]

Angesichts der führenden Rolle Wiens bei der Verwendung von Modellen im Unterricht ist es kein Zufall, dass sich der erste Bericht über die Verwendung eines Erdglobus als Lehrbehelf auf Conrad Celtes (1459-1508), den berühmten Humanisten, bezieht, der 1497 an der Universität Wien das "Collegium der Poeten und Mathematiker" gründete. Celtes besaß selbst einen Erd- und einen Himmelsglobus, die er beide bei seinen Vorlesungen über Kosmographie verwendete. (Bernleithner)

Die Gewohnheit humanistischer Zirkel, beim Unterricht über die Struktur des Kosmos Globen zu verwenden, um so die damit zusammenhängenden mathematischen Probleme zu überwinden, erhielt durch die Erkundung der Neuen Welt weiteren Auftrieb. Jahrhunderte lang hatten Westeuropäer an das griechische Modell der bewohnten Welt geglaubt, das sich im Wesentlichen auf Europa, Nordafrika, den Nahen Osten und Teile Indiens beschränkte. Dieses Bild erfuhr Ende des 15. Jahrhunderts eine dramatische Veränderung, als die Entdecker überall auf der Erdoberfläche riesige bewohnte Gebiete entdeckten. Man kann vielleicht am besten nachempfinden, welche Aufregung das damals hervorrief, wenn man sich vorstellt, welche Wirkung heute die Entdeckung außerirdischen Lebens hätte. Angenommen, man ist wie ich der Meinung, dass es am Mars kein Leben gibt und es sagt einem plötzlich jemand, dass auf diesem Planeten Geschöpfe leben, die uns ähnlich aber doch anders sind und das diese schreckliche Lebensgewohnheiten haben. Man kann sich vorstellen, dass Berichte über Leben in fernen Erdteilen die verschiedenartigsten Spekulationen auslösten.

Dem glücklichen Zufall der Erfindung der Druckerpresse war es zu verdanken, dass auf das allgemeine Bedürfnis, die Kugelgestalt der Erde zu verstehen, entsprechend reagiert werden konnte. Die ersten gedruckten Globenstreifen eines Erdglobus, die Martin Waldseemüller (1470-ca. 1520) zugeschrieben werden, wurden 1507 als Illustration in dem Lehrbuch Cosmographiae Introductio veröffentlicht. In den folgenden Jahren erschien eine ganze Reihe von Handbüchern, alle ergänzt durch Globenstreifen. In einer 1509 erschienenen deutschen Übersetzung hieß es, dass Globen erzeugt wurden, damit "der Kauffman und ein ietlicher sehen und mercken mag wie die menschen unden gegen uns wonen und wie die son umbgang, herin beschriben mit vil seltzamen dingen". [Peter van der Krogt, Globi Neerlandici. The production of Globes in the Low Countries, Utrecht, 1993, S. 29.]

Die Faszination, die man für die Völker der Neuen Welt empfand, waren ein großer Ansporn für das Studium der Geographie. Auf vielen der damaligen Karten und Erdgloben finden sich Bilder von Eingeborenen. Diese Neigung, unbekannte Gebiete mit Fantasiebildern zu versehen, hat der englische Dichter Jonathan Swift (1667-1745) scharf kritisiert:

So geographers, in Afric-maps
With savage-pictures fill their gaps;
And o'ver unhabitable downs
Place elephants for want of towns.
[Jonathan Swift, On Poetry (1733), 1.177.]

[Weshalb Geographen, in Afrika-Lücken
Mit Bildern von Wilden die Gegenden schmücken;
Und innerhalb unbewohnbarer Haine
Elephanten zeichnen, denn Städte gibt's keine.]
[translated by H. G. van Bueren]

Als diese Zeilen geschrieben wurden, hatte man jedoch bereits einen gewissenhafteren Weg eingeschlagen und mit der Vermessung der Erde auf wissenschaftlicher Basis begonnen, d.h. beruhend auf Tatsachen, die durch Zahlen ausgedrückt wurden. Um die Umrisse der Landmasse der ganzen Erde zu erfassen, ergriff die französische Académie Royale des Sciences die Initiative und sandte Geometer in sämtliche Gebiete der Welt aus. Das Ergebnis war ein quantifiziertes Abbild der Erde, in dem verschiedene der Phantasie entstammende Elemente durch leere Bereiche ersetzt waren, die dann im 19. Jahrhundert durch zahlreiche Expeditionen ins Landesinnere erforscht wurden. Heute findet man auf Globen nur mehr wenig Fantasie. Die modernen Erdgloben behandeln verschiedene Themen, wie z.B. das Klima, den physikalischer Aufbau der Landmasse, usw. Am geläufigsten ist jedoch der politische Globus, der das Verhältnis verschiedener Länder zueinander inmitten blauer Ozeane zeigt.

Zusätzlich zu den Informationen, die durch Globen wiedergegeben werden, haben diese auch einen Wert als analoge Rechner. Man kann mit ihrer Hilfe leicht die Zeitpunkte bestimmen, zu welchen die Sonne und die Sterne auf- oder untergehen. Diese spezielle Verwendungsmöglichkeit des Globus war den antiken Astronomen Hipparchus und Ptolemäus bereits bekannt und es ist belegt, dass sich auch der dänische Astronom Tycho Brahe um 1600 auf diese Weise des Globus bediente. Mit einem Globus, so versicherte Tycho seinen Lesern, "ist es mit geringer Mühe und ohne schwierige Berechnungen möglich, alle Einzelheiten betreffend die Lehre der täglichen Rotation der Himmel, sowie Beobachtungen betreffend die Himmelskörper in ihrem Verhältnis zur Ekliptik und zum Äquator, oder zu jedem beliebigen Himmelskreis, mechanisch zu bestimmen". [Hans Raeder, Elis Strömgren und Bengt Strömgren, Tycho Brahe's description of his instruments and scientific work, Kopenhagen, 1946, S. 105.] Die wissenschaftlichen Leistungen des großen Dänen leiteten eine neue Epoche in der Herstellung von Himmelsgloben ein. Man sieht das Porträt Tycho Brahes auf dem Himmelsglobus des Willem Jansz Blaeu, den dieser nach seiner Rückkehr von einem Aufenthalt bei Tycho, in dessen Observatorium auf der Insel Hven, um 1598 anfertigte und der die neuen, von Tycho beobachteten Sternpositionen darstellt.

Der Beitrag Blaeus zur Entwicklung von Modellen der uns umgebenden Welt beschränkte sich nicht auf die Herstellung von Erd- und Himmelsgloben. Im Jahr 1634 veröffentlichte er in Amsterdam ein Handbuch mit dem Titel Tweevoudigh onderwijs van de Hemelsche en Aerdsche Globen, in welchem er Modelle von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus beschrieb. Im ersten Buch dieser Abhandlung beschreibt Blaeu das damals übliche, den Vorstellungen des Ptolemäus entsprechende Globenpaar (mit einer ruhenden Erde); im zweiten Teil beschreibt er jedoch seine späteren kopernikanischen Modelle (einer sich bewegenden Erde). Beide Modelle wurden 1671 auf einem Gemälde des Michiel van Musscher (1645-1705) bildlich dargestellt. Das Gemälde trägt den Titel Die Astronomiestunde. Im Zentrum sieht man einen wohlhabenden Amsterdamer Kaufmann, umringt von einer Sammlung astronomischer, Navigations- und Vermessungsinstrumente. Das offene Buch in der rechten Ecke ist eine Ausgabe von Blaeus Twofold instruction, von der man das Titelblatt des ersten Buches sieht (es behandelt auf Ptolemäus beruhende Modelle); auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Titelblatt des zweiten Buches (über Modelle gemäß der Hypothese des Kopernikus). Auf dem Tisch sieht man einen Globus neben einer Ausgabe der Geographie des Ptolemäus und der Bibel. Die Heilige Schrift ist geöffnet und man erkennt die Textstelle bei Josua (10: 13), wo es heißt, dass Gott die Sonne und den Mond für einen ganzen Tag befestigte. Schließlich erblickt man auf der linken Seite des Gemäldes auch noch ein von Blaeu erzeugtes Tellurium, das die Bewegung der Erde rund um die Sonne darstellt.

Abbildung 1:

Die Astronomiestunde von Michiel van Musscher, 1671.
Öl auf Leinwand, 59,5 x 51,5 cm.
Amsterdams Historisch Museum, inv. no. A35787.
Im Vorwort an die Leser in der lateinischen Übersetzung von Blaeus Abhandlung behandelt der Amsterdamer Astronom und Navigationslehrer, Martin Hortensius, das Problem der Bedeutung von Demonstrationsmodellen für die Akzeptanz wissenschaftlicher Theorien wie z.B. der kopernikanischen Hypothese über das Universum. Er meint,

"... wenn die kopernikanische Theorie schon früher graphisch dargestellt worden wäre, wie das vor kurzem Blaeu getan hat, hätte man sie nicht als absurd verdammt, noch bevor man sah, wie sie die Phänomene erklärte, und zwar mit größerer Wahrscheinlichkeit als jedes andere System. Aber weil Kopernikus 'in seinen Schriften zu unklar war, um von allen verstanden zu werden' und weil die Verwendung der kopernikanischen Kugel und seine Hypothese von keinem Astronomen auf allgemein verständliche Weise erklärt wurden, verurteilten sie viele als falsch ohne sie zu verstehen". [Lynn Thorndike, A history of magic and experimental science, T. VI, New York, 1941, S. 7.]

Die Verwendung von Modellen zur Steigerung des öffentlichen Verständnisses für Wissenschaft, wie sich Hortensius das vorgestellt hatte, erreichte ihre Hochblüte während der Aufklärung. Damals war die Auseinandersetzung über das kopernikanische Weltsystem bereits beendet. Es ist interessant, dass trotz der Akzeptanz der kopernikanischen Weltsicht die Produktion ptolemäischer Modelle nicht aufhörte. Das traditionelle Globenpaar behielt aus verschiedenen Gründen seine Attraktivität für seine Besitzer. In der Renaissance beruhte die Beliebtheit des Globus als Modell des Weltalls und als Abbild der Welt auf der Erkenntnis der gesellschaftlichen Bedeutung von Wissen. Am Hof der Renaissance-Fürsten hatten Modelle wie Globen einen zweifachen Zweck: Einerseits versorgte der Entwurf und Bau von Globen sowohl Mathematiker als auch Künstler mit Arbeit, wodurch ihr Ansehen stieg; andererseits demonstrierte der Besitzer durch das zur Schau Stellen von Globen sein intellektuelles Niveau, seinen Reichtum und seine Macht. Man konnte Ansehen durch den Ruhm des Globenbauers oder Autors gewinnen, oder dadurch, dass man auf dem Globus eine Widmung an bedeutende und einflussreiche Persönlichkeiten anbrachte. Man konnte Reichtum durch die Verwendung teurer Materialien demonstrieren, oder durch die Größe der Globen. Macht konnte durch die eingezeichneten Besitztümer und durch Handel mit weit entfernen Orten ausgedrückt werden. Aber schließlich waren Globen, ähnlich wie Puppenhäuser, einfach eine leichte und angenehme Methode, allgemein nützliche Kenntnisse und Wissen über unsere Welt zu vermitteln.

Zu allen Zeiten hat Patronanz eine wichtige Rolle gespielt und das trifft auch auf unsere heutigen intellektuellen Bemühungen zu. Die moderne westliche Kultur ist durchdrungen von wissenschaftlichen Errungenschaften, im Alltag erfahrbar durch eine Unzahl von Haushaltsgeräten wie Staubsaugern usw., oder durch die neuesten Kommunikationstechniken in Form von Computertechnologie. Die wichtigste strukturelle Basis für den Einfluss der Wissenschaft auf die Gesellschaft ist einerseits ein generell hohes fachliches Niveau in reiner und angewandter Wissenschaft, wie sie an den Universitäten betrieben wird. Andererseits werden auf anderem Niveau die fortgeschrittensten kosmologischen Ideen über die Struktur der Welt und ähnliche akademische Themen durch populärwissenschaftliche Literatur aufbereitet. Bildung und populärwissenschaftliche Verbreitung machen gemeinsam die kulturelle Wirkung der Wissenschaft aus.

Gerade der Globus ist jedoch ein ideales Studienobjekt für die Erforschung jener Prozesse, welche zur Anerkennung der Wissenschaft durch die Öffentlichkeit führen. Nach 50 Jahren warten in dieser Hinsicht auf die Forschung noch viele Aufgaben. Sie können nur mit Unterstützung von Wissenschaftlern, Regierungen, Sammlern, Mitgliedern der Coronelli-Gesellschaft - kurz mit der Unterstützung aller, die in irgend einer Weise am Globus Interesse haben, erfüllt werden.


Bericht über die Generalversammlung 2001 und 2002

2001

Auf der Generalversammlung der Gesellschaft wurde die Entwicklung des vergangenen Jahres präsentiert. Die Mitgliederzahl ist angestiegen, es gab 25 neue Mitgliedschaften, was auf die verstärkte Mitgliederwerbung bei geografischen Veranstaltungen in Nordamerika und Kanada zurückzuführen ist. Leider gab es bei den Mitgliedern einige Todesfälle und Austritte, die Gesamtzahl ist jedoch steigend.

Die im Jahr 2001 erstmals erschienene Vereinspublikation NEWS wurde sehr gut angenommen, vor allem auch, daß alle Artikel in Deutsch und Englisch erscheinen. Beiträge für NEWS sind jederzeit von den Mitgliedern willkommen. Bei der Gestaltung der neuen Ausgabe von DER GLOBUSFREUND / GLOBE STUDIES gab es einige Verzögerungen bei der Auswertung des Fotomaterials, wodurch die Ausgabe erst im Jahr 2002 erscheinen wird.

Die Homepage der Coronelli-Gesellschaft wurde erneuert (http://www.coronelli.org) und bietet neben Gesellschaftsinformationen auch einen direkten E-mail Zugang zu den Vorstandsmitgliedern. Zusätzlich wurde die online-Anmeldung für neue Mitglieder ermöglicht.

Weiters sind einige Beiträge über die Coronelli-Gesellschaft in herkömmlichen Printmedien wie Fachpublikationen und Zeitschriften erschienen, wodurch ein höherer Bekanntheitsgrad erreicht wurde.

Der Bericht des Kassiers zeigte ein erfreuliches Ergebnis, die finanzielle Basis der Gesellschaft ist sehr gut. Die Möglichkeit der Bezahlung von Rechnungen und Mitgliedsbeiträgen mittels Kreditkarte, vor allem von ausländischen Mitgliedern, ist ein Erfolg und auch bedeutend wirtschaftlicher durch den Wegfall von Banktransferspesen. Nach dem positiven Rechnungsprüferbericht wurde der Vorstand für das Jahr 2000 entlastet.

2002

Die Generalversammlung fand am 24. September 2002 in Nürnberg, anläßlich des 10. Symposiums der Internationalen Coronelli Gesellschaft, statt. Das hatte u.a. den Vorteil, mehr Mitglieder zu erreichen und eine Meinungsvielfalt bei Diskussionen und Beschlüssen zu bekommen.

Der Präsident der Gesellschaft präsentierte eine Zusammenfassung der Ereignisse und Aktivitäten des abgelaufenen Jahres.

Anläßlich seiner Pensionierung schied auf eigenen Wunsch das langjährige Mitglied des erweiterten Vorstands, Herr Tony Campbell, aus diesem Gremium aus. Der Vorstand kooptierte statutengemäß Herrn Peter Barber, Chef der Map Collections der British Library, in den erweiterten Vorstand. Beiden Herren wurde herzlichst für ihre Arbeit und ihr Engagement gedankt.

Die Festveranstaltung anläßlich der 50 Jahr Feier der Gesellschaft am 11. Juni 2002 in den Räumen der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien war ein großer Erfolg. Rund 220 Teilnehmer hörten die Festvorträge von Frau Elly Dekker und Herrn Wolfgang Scharfe, und nahmen am anschließenden Jubiläumsempfang teil.

Die Mitgliederwerbung ist nach wie vor eines der vordringlichen Ziele der Gesellschaft. Die Möglichkeit der Online Anmeldung auf der Homepage wird erfreulicherweise genützt. Wie im Bericht der Kassierin erwähnt wurde, ist die Mitgliederzahl von 2001 auf 2002, trotz einiger Austritte, um 17 gestiegen. Dieser erfreuliche Trend setzt sich fort; der aktuelle Mitgliederstand per September 2002 ist um weitere 6 Personen auf 283 Mitglieder gestiegen.

Die erste zweisprachigen Ausgabe von DER GLOBUSFREUND / GLOBE STUDIES (Nummer 49/50 für die Jahre 2001/2002), welche die Beiträge des Globen Symposiums in Montreal enthält, wurde publiziert und versendet. Die diesjährige Ausgabe der Gesellschaftspublikation NEWS wird Ende 2002 erscheinen. Eine Online Version von NEWS ist auch auf der Homepage der Internationalen Coronelli Gesellschaft, die vom Vizepräsidenten Peter van der Krogt ständig aktualisiert und sehr engagiert betreut wird, abrufbar.

Eines der wichtigeren Ziele der Gesellschaft ist, durch entsprechende Medienpräsenz in der Fachöffentlichkeit bekannt zu werden, bzw. zu bleiben, um auch dadurch weitere Mitglieder zu gewinnen. Das Interesse durch die Redaktion der kartographiehistorischen Fachzeitschrift CARTOGRAPHICA HELVETICA und die uns gewährte Unterstützung waren besonders erfreulich.

Die Präsentation der finanziellen Gebarung durch die Kassierin zeigte einen geringen Abgang im Vergleich zum Vorjahr, was primär auf die im Vergleich zu den früher veröffentlichten "Informationen" deutlich höheren Publikationskosten von NEWS zurückzuführen ist. Die Rechnungsprüfer bestätigten die Überprüfung und Korrektheit der Finanzgebarung und beantragten die Entlastung des Vorstands, welcher von der Generalversammlung einstimmig angenommen wurde. Der Ausblick auf die Finanzen im Jahr 2002 wird durch außergewöhnliche Ausgaben für die Festveranstaltung sowie durch höhere Kosten von DER GLOBUSFREUND / GLOBE STUDIES, welche alle zwei Jahre verstärkt anfallen, bestimmt.

Im Rahmen der Diskussionen wurde vor allem auf die Trennung von DER GLOBUSFREUND in eine deutsch- und in eine englischsprachige Version eingegangen. Diese Art der Publikation hat einerseits prognostizierte Einsparungen bei den Kosten für Papier und Postversand gebracht, andererseits gibt es nun das Problem beim Zitieren in Fachartikeln. Der Vorschlag, bei Interesse entweder über den Herausgeber, Herrn Johannes Dörflinger, oder über die Online Website, betreut durch Herrn Peter van der Krogt, die erforderlichen Detailinformation zu erhalten, wurde als vorläufiger Kompromiss als akzeptabel angesehen. Beide Herren zeigten sofort Bereitschaft zur Unterstützung.

Nach Ende der Generalversammlung wurde noch im gemütlichen Rahmen der Nürnberger Gastronomie weiter diskutiert und neue Ideen für die Zukunft besprochen, um die Internationale Coronelli Gesellschaft sowohl für die Mitglieder als auch für Wissenschaft und Forschung attraktiver zu machen.

Walter Wiesinger, Sekretär

 


10. Internationales Symposium, Nürnberg

Programm und Zusammenfassungen

Fotos

Etwa 60 Globenfreunde - Sammler, Wissenschaftler, Museumskuratoren, Restauratoren und Händler - trafen sich vom 23. bis zum 25. September 2002 in Nürnberg zu dem von unserer Gesellschaft veranstalteten 10. Internationalen Symposium für Globenkunde.

Der Tagungsort war bewusst gewählt - bildete doch die Stadt Nürnberg im Herbst 2002 quasi ein Zentrum der Kartographiegeschichte: Wenige Tage vor unserem Treffen fand das 11. Kartographiehistorische Colloquium statt, die maßgebliche Fachkonferenz im deutschsprachigen Raum, und gleichzeitig konnte man die gerade eröffnete Ausstellung "'auserlesene und allerneueste Landkarten' Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848" besuchen, in der unter anderem der äußerst seltene Taschenglobus von Johann Baptist Homann (mit einer Armillarsphäre im Inneren des Erdglobus) ausgestellt war.

Der fachliche Teil unseres Globensymposiums bestand aus 20 interessanten Vorträgen und Berichten, aus Präsentationen von Postern und neuen Entwicklungen auf dem Globenmarkt sowie aus gemeinsamen Museums- und Ausstellungsbesuchen. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, direkt am Tagungsort von ausstellenden Globenhändlern wertvolle alte Originale, aber auch Faksimiles, zu erwerben. Ein Abendempfang des Hauptsponsors unseres Symposiums, der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, sowie mehrere Begleitveranstaltungen, wie eine Stadtführung, gaben Gelegenheit, persönliche Kontakte anzuknüpfen oder aufzufrischen. Das dies gelang, zeigen die zahlreichen positiven Reaktionen der Teilnehmer, die besonders die angenehme, fast familiäre Atmosphäre des Symposiums betonten.

Wir danken der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, dem Stadtmuseum Fembohaus, dem Germanischen Nationalmuseum für die gewährte Unterstützung, besonders aber dem Museum für Kommunikation Nürnberg, einer Einrichtung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, für die erwiesene Gastfreundschaft und die kollegiale Betreuung unserer Veranstaltung.

Wir danken aber auch allen, die fachliche Beiträge zur Globenkunde lieferten. Diese werden von Johannes Dörflinger in unserem wissenschaftlichen Journal DER GLOBUSFREUND bzw. in GLOBE STUDIES, deren nächste Ausgabe 2003/2004 erscheint, veröffentlicht werden.

Nach zwei Symposien im deutschsprachigen Raum würden wir uns freuen, wenn das nächste, 11. Internationale Symposium für Globenkunde von Globenfreunden aus einer anderen Weltgegend - in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Internationalen Coronelli-Gesellschaft - veranstaltet werden würde.

Jan Mokre

 


Globenjagd im Internet

Andreas Riedl

Nachdem in der letzten Ausgabe die für Globensammler und -liebhaber interessanten Online-Auktionshäuser besprochen wurden werden im aktuellen Beitrag im Internet präsentierte Globensammlungen näher betrachtet.

In diesen digitalen Sammlungen werden dem Interessenten üblicherweise zu jedem Globus das Herstellungsdatum, Globenhersteller und Produktionsort mit einer mehr oder minder umfangreichen textlichen Beschreibung bereitgestellt. Im Folgenden wurden Links nur dann aufgenommen, wenn zusätzlich zu den oben genannten Informationen auch noch Abbildungen des Globus eingesehen werden können. Es sei jedoch angemerkt, dass die Qualität der Bilder - bedingt durch die zumeist niedrige Auflösung - selten ein Detailstudium erlaubt. Angeführt werden ferner nur solche Seiten welche Informationen zu mehreren Globen bereitstellen und diese nicht zum Verkauf anbieten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man im Internet unter dem Begriff "Globensammlung" bzw. "Globe Collection" auf eine Vielzahl von zumeist auf GIF-Animationen beruhenden Sammlungen stößt, welche eine Kategorie für sich repräsentieren und mehr oder weniger geschmackvolle Abbildungen der Erde zeigen. Die im Folgenden angeführten Links zählen zu den derzeitigen "Highlights" der im Internet zugänglichen Sammlungen (Verbesserungspotenial für die Zukunft ist durchaus vorhanden).

http://www.20thcenturyglobes.com/

Bei der Site "Globes of the 20th Century" verbirgt sich in der "Globe Photo Gallery" eine umfangreiche Sammlung mit Focus auf Globen zwischen 1900 und 1960. Die Sammlung beinhaltet Globen von George F. Cram, Denoyer-Geppert, W. & A. K. Johnston, Nystrom, Rand McNally, Replogle, Weber Costello und andere. Bemerkenswert ist, dass sie als einzige Site neben dem Abbild der Globen auch eine Detailaufnahme der Kartusche anbietet.

http://www.davidrumsey.com/

Die David Rumsey Collection (DRC) behandelt seltene kartographische Produkte mit Schwerpunkt Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter auch einige Globen. Zugang erhält man nach Aufruf des "Insight Browsers" indem man unter "search" → "by keyword" den Begriff "globe" eingibt. Darunter z. B.: Betts's New Portable Terrestrial Globe (1852); Rand McNally's Six Inch Terrestrial Globe (1892). Die DRC bietet als eine der wenigen hervorragende Zoommöglichkeiten.

http://www.library.yale.edu/MapColl/globes.html

Von der Yale Universität wurde die Lanman Globe Collection zugänglich gemacht. Sie enthält Globen von 1699 - 1837 wie etwa: Perce's Magnetic Globe by Elbert Perce, Newton's Improved Pocket Celestial Globe. London 1818, D.D.D. Pater Magister Vincentius Coronelli Min: Conv. S. Francisci Serenissimae Venetorum Reipublicae Cosmographus MDCLXXXIX, 1699. Je Globus werden zwei Bilder bereitgestellt.

http://www.bo.astro.it/dip/Museum/english/index_14.html

Hinter diesem eher schwer aufzufindenden Link bietet die Universität Bologna Zugang zu ihrer Globensammlung mit Exponaten von: Blaeu, Coronelli, Valk, Senex, Cassini und Bianchi. Durch Klick auf das Abbild des Globus gelang man zu einer vergrößerten Version.

http://gallery.sjsu.edu/cartography/gallery/index.html

Die San Jose Universität präsentiert in der Rubrik "Sonderausstellung" eine Sammlung von historischen kartographischen Abbildungen im weitesten Sinne, darunter auch einige Globen.

 


Globensucht ?

Murray Hudson

Kunden, die unser Geschäftslokal im Alten Postamt betreten, bleiben meistens vor Staunen wie angewurzelt stehen: ein fast mannshoher, blau-gelbbrauner, 24-Zoll-Schulglobus baut sich vor ihnen zur Begrüßung auf. Dann versuchen ihre Augen das verwirrende Panorama zu erfassen, das Hunderte von Globen, Wandkarten, Regale mit Atlanten und Expeditionsberichte sowie anderes kartographisches Material in Überfülle bieten. Globen ruhen auf Tischen, Bücherkästen, Kartenschränken, Aktenschränken; die größeren Exemplare bevölkern den Fußboden, sind die Wände entlang aufgereiht.

Murray Hudson mit einer Auswahl seiner Globen

Teile ich dann Besuchern mit, dass sie hier nur die halbe Sammlung sehen, so erfasst sie vielleicht etwas wie Grauen beim Gedanken an mehr als tausend Globen der unterschiedlichsten Größe, die alle die Erde darstellen: angefangen von den beiden 1 Zoll (ca. 2,5 cm) hohen Pfeffer- und Salzstreuer-Weltausstellungs-Globen bis zu Heinrich Kieperts Stahlglobus mit Papieroberfläche von 80 cm Durchmesser, welcher die Vulkantätigkeit und seismische Ereignisse an der Wende zum 20. Jahrhundert wiedergibt.

Globen lassen sich nicht zusammenfalten und sie passen auch nicht in flache Laden, mit Ausnahme einiger seltener aufblasbarer und Regenschirm-ähnlicher Exemplare, die sich ebenfalls in meinem Besitz befinden. Vor Ausbruch meiner Globen-Leidenschaft konnte ich als Kartensammler Hunderte von Doppelfolio großen Karten in einem einzigen Schrank mit zehn Laden verstauen.

Ich löste das Platzproblem indem ich eine große Scheune, die zu unserem landwirtschaftlichen Familienbetrieb gehörte, in einen Globen-Schuppen umbaute. Die Regale und Beleuchtung wurden gerade rechtzeitig für eine Direktübertragung der Fernsehgesellschaft Fox vom Schuppen aus fertig. Mit Hunderten von Globen als Hintergrund präsentierte die "Super Collection" TV-Show unter anderem einen englischen Taschenglobus aus dem 18. Jahrhundert, einen Erdglobus von James Wilson (dem autodidaktischen Ahnherrn der US-Globenmacher) und etliche Spezialitäten, wie den auf einem Schiffsruder als Meridian montierten Kurzwellen-Radio-Globus aus dem Jahr 1930. Ist dieses Radio an den elektrischen Strom angeschlossen, so kann man auch heute durch Drehen des Globus den örtlichen Kurzwellensender herein bekommen.

Die Globensammlung ist ein Ergebnis meines Jahrzehnte langen Interesses für Kartographie. Meine ersten alten Karten erwarb ich 1964 als Teilnehmer eines Fachseminars in Oxford, England. Dieses kartographische Zwischenspiel wurde später, in den Siebzigerjahren, zu meinem Beruf. Stets stellte ich auch ein oder zwei Globen aus. Dann machte sich plötzlich, wie aus heiterem Himmel, eine unstillbare Sehnsucht in mir breit: Globensucht. Wo immer ich nach Karten suchte, sah ich plötzlich Globen.

Im Frühstadium meiner Leidenschaft, als ich erst etwa hundert Exemplare besaß, erwähnte ein Artikel in einer Antiquitäten-Zeitschrift meinen Hang zum Ankauf von Globen. Ich besuchte damals gerade eine große Freilicht-Antiquitätenausstellung in Virginia und hörte, wie ein Händler über diesen Artikel sprach. "Da gibt's so einen verrückten Typ in Tennessee, der alle Globen kauft, die er nur finden kann". "Dieser verrückte Globenkäufer bin ich", erklärte ich ihm. Leider hatte er keine anständigen Globen auf Lager.

Als ich wählerischer wurde, beschloss ich, mich auf repräsentative, in den USA hergestellte Globen zu konzentrieren. Deshalb besteht der Großteil meiner Sammlung aus Globen amerikanischen Ursprungs, obwohl in vielen Fällen die Globenstreifen aus Großbritannien stammen, da Weber Costello, Nystrom und andere US-Globenmacher anfänglich Globenstreifen von W. & A. K. Johnston oder von G. W. Bacon verwendeten. Ich erkenne diese Streifen in der Regel schon von fern an ihrem hervorstechendsten Merkmal, den wellenartigen isometrischen Linien, welche sich über die Kugeloberfläche ziehen.

Ich bin schon Tausende Kilometer mit dem Auto gefahren, um besonders große Globen abzuholen oder sie auch manchmal zu liefern, wenn ein normaler Transport zu einem erschwinglichen Preis nicht möglich war. Während des US-Präsidentschafts-Wahlkampfes im Jahr 2000 fuhr ich mit einem gemieteten Lieferwagen nach Tallahassee in Florida, wo gerade die Stimmen abgegeben wurden. Auf meinem Auto stand das Firmen-Logo B----T. Ich erlaubte mir den Spaß, das Logo zum Wort BALLOT (Wahlzettel) zu ergänzen, um in den Genuss einer Polizeieskorte zu kommen. Auf dieser Fahrt beförderte ich einen 32-Zoll (ca. 80 cm) "Diplomat" Globus von Replogle, und zwar jenen, der im "Oval Office", dem Amtsraum des Präsidenten im Weißen Haus, verwendet worden war. Er ging wegen seines Formats nicht durch unser Tor, also lagerte ich ihn vorübergehend im Freien und transportierte ihn dann weiter zu meinem Kunden in Madison (Wisconsin). Ich war also 500 Meilen nach Norden gefahren, um ihn zu abliefern, genauso wie ich vorher 500 Meilen nach Süden gefahren war, um ihn zu holen. Es ist praktisch, im Zentrum der US-Südstaaten zu wohnen, von wo aus Atlanta, New Orleans, Dallas und Chicago alle ungefähr gleich weit entfernt sind.

Besucher meines Geschäftes fragen mich oft, welches mein ältester, wertvollster oder liebster Globus ist. Die erste Frage ist leicht zu beantworten. Derzeit ist mein ältester Globus einer von Bardin aus dem Jahr 1807. "The New 12-inch British Terrestrial Globe..." steht darauf und er ist auf einem Chippendale-Gestell aus Walnussholz mit prächtigen Messingbeschlägen montiert. Er stellt "the discoveries of Captain Cook and Subsequent Circumnavigators..." (die Entdeckungen Captain Cooks und späterer Weltumsegler) sowie den Anspruch Großbritanniens auf das Gebiet von Oregon dar. Er ist auch einer meiner wertvollsten Globen, gemeinsam mit einem 16-Zoll Globus von Charles Copley in Boston, auf welchem man den neuen "Nationalpark" in Wyoming sieht. Er ruht auf einem außergewöhnlichen amerikanischen Fußboden-Gestell aus Gusseisen, dessen Sockel und Füße mit Acanthusblättern, Weinreben und Blumen verziert sind.

Es fällt mir schwer, meinen Lieblingsglobus zu nennen. Ich habe Lieblingsstücke unter den verschiedenen Sorten von Globen. Unter den alten Globen beeindruckt mich (ebenso wie Texaner) ein Globus aus dem Jahr 1849, wo Texas als selbstständige Republik dargestellt ist. Ein etwas jüngerer Globus des 19. Jahrhunderts zeigt die transkontinentalen Eisenbahnlinien sowie die interkontinentalen Telegraphenlinien, die man soeben durch die Ozeane verlegt hatte. Ein roter Aufdruck auf einem Cram-Globus von 1930 bestreitet die Gültigkeit des japanischen Herrschaftsanspruchs über die Mandschurei. Ein Globus aus dem Jahr 1960 feiert den ersten US-Satelliten im Weltraum durch einen zusätzlichen Metallring, auf dem man eine Holzkugel um den Globus schieben kann.

Eines unserer seltensten Exponate ist ein 8-Zoll Demonstrations-Globus der Firma Holbrook (Apparatus) Co. in Berea (Ohio), hergestellt etwa 1870, der im Verkauf eingesetzt wurde, zusammen mit seinem ursprünglichen bemalten und mit einem Schloss versehenen Transportkasten aus Nadelholz, der dem Globus auf seiner holprigen Verkaufsreise per Pferdewagen, Postkutsche oder Eisenbahn Schutz bot. Der Globus ist ausgezeichnet erhalten, mit intaktem Horizontring, goldfarben und schwarz bemaltem Gusseisengestell und Details wie z.B. Isothermenlinien. Den Horizontring zieren elegante astrologische Gestalten.

Ein weiterer erstaunlicher Überlebender ist ein Glasglobus, der an die Pan-Amerika-Ausstellung des Jahres 1901 in Buffalo (New York) erinnert. Dieser Globus ist gleichzeitig als Petroleumlampe verwendbar und mit einer komplizierten Schneidevorrichtung und einem Docht ausgestattet. Nord- und Südamerika sind als zwei Damen in langen gelben und roten Gewändern dargestellt, deren Hände in der Nähe von Costa Rica in einander verschlungen sind und deren Arme Mittelamerika bilden. Verschiedene Welt- und Regionalausstellungen haben Globen-Souvenirs in den seltsamen Formen hinterlassen.

Globen für Dekorationszwecke wurden in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts modern und bis heute floriert der dekorative Gebrauch. Wir besitzen etliche Globen aus den Dreißiger- und Vierzigerjahren, die als Sockel für Stehlampen dienten. Globen scheinen Reichtum und die Weltkenntnis des Reisenden zu symbolisieren. Auf Reklamedarstellungen, im Fernsehen, in Shows, in Zeitschriften für Architektur und Innenausstattung finden wir unzählige Beispiele für die Verwendung des Globus als Zeichen gehobener Kultur. Es wandten sich Innenausstatter an mich, die zu Treppen passende Globen kauften (Stufenhöhe von 16, 12, 8, 6 bis 3 Zoll) um damit Raumteiler zu gestalten.

Einmal platzierten wir Abbildungen einer Globenserie in einer wichtigen Zeitschrift für Innenausstattung. Fast alle dieser Globen wurden umgehend verkauft. Im ersten Zeitschriftenartikel war ein "Projekt-Globus" ohne topographische oder politische Details abgebildet. Man sah nur die Kontinente schwarz auf grau-grünen Ozeanen. Dieser Globus gefiel vielen Menschen außerordentlich und es hagelte dringende Anrufe. Wir besitzen in unserer Sammlung viele große (21-Zoll) Projektgloben mit speziellen blau-grünen Ozeanen und schwarzen Kontinenten, sowie solche mit dunkelblauen Ozeanen und rostroten Kontinenten. Ihr ausgezeichnetes Material und ihre handwerkliche Qualität deuten darauf hin, dass sie universitären oder militärischen Zwecken dienten.

Unsere Sammlung enthält auch Globen durchschnittlicher Größe mit Ozeanen in den Farben beige, grün, schwarz und (selten) Silber. Es war die Firma Cram, die in den Dreißigerjahren, einer besonders fruchtbaren Periode der US-Globenherstellung, solche ungewöhnlichen Farben für Ozeane einführte.

Wir pflegen zwar schon lange Kontakte mit Besuchern oder Kunden aus den verschiedensten Ländern, wie England, Deutschland, Italien, Brasilien oder den Philippinen, aber den entscheidenden Aufschwung erlebten unsere globalen Geschäftsbeziehungen erst durch das Internet. Unsere Internet-Seiten verbinden uns mit Kunden von Peking bis Dublin, von Österreich bis Neuseeland. Heute kann jeder, der einen Computer besitzt, das Geschäftslokal von Murray Hudson Antiquarian Books, Maps, Prints and Globes virtuell betreten und sich der visuellen Stimulation einer Unmenge von Karten und Globen hingeben. Man kann die Beschreibung und meist auch eine Fotografie z.B. eines Himmelsglobus von 1890 auf seinem dreibeinigen Gestell mit keltischen Motiven als Verzierung aufrufen, oder einen Erdglobus mit rotem Horizontring von ca. 1880, dessen Metallgestell mit einem an den Wizard of Oz oder Denslow erinnernden Löwenkopf verziert ist. Man kann auch zwei auf Flugzeugen ruhende Globen sehen, die Seite an Seite darauf warten, sich direkt von einer Startbahn der Vierzigerjahre in ein Arbeitszimmer oder auf den Schreibtisch eines Piloten zu schwingen. Die Beschreibungen enthalten Angaben über Kartographen, Globenhersteller, Ort und Datum der Herstellung, interessante Grenzen und politische Namen, Material des Gestells, Erhaltungszustand und etwaige ungewöhnliche Merkmale.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Hersteller von Schulgloben in den USA auf die Idee, einen Globus zu produzieren, den man mittels eines über eine Rolle laufenden Seils, an dessen Ende ein Gewicht befestigt war, heben und senken konnte. Auf diese Weise wollte man die empfindliche Gipskugel außer Reichweite der Schüler bringen. Ich habe einige solcher Globen mit Kratern gesehen, die genau so groß waren, wie die dazugehörigen Kanonenkugel-förmigen Gewichte. Was für Geistesblitze es doch gibt! Voriges Jahr verkauften wir solch einen hängenden Globus aus dem Jahr 1910 mit seiner ursprünglichen Transportkiste, der für ein restauriertes Schulhaus in einem volkskundlichen Ausstellungsgelände des Staates Arkansas bestimmt war. Ohne Globensammler und Globenhändler hätte das Arkansas State Park Service wohl kaum einen solchen Globus gefunden. Das Konservieren des Vergangenen hat seinen Sinn und bringt uns sowohl materiellen als auch immateriellen Lohn.


Globenkonservierung: Bewahrung von Himmel und Erde

Sylvia Sumira

Weder an der Universität als Studentin noch später, als ich ein höheres Fachdiplom in Papierkonservierung erwarb, kam mir Globenkonservierung als mögliches Berufsziel in den Sinn. Das Leben beschert uns jedoch oft unerwartete und interessante Wendungen. In meinem Fall eröffnete mir jedenfalls das Angebot eines Ausbildungsplatzes im Bereich Globenkonservierung am National Maritime Museum in Greenwich, London, eine neue Welt. Die hervorragende Sammlung des Museums war für eine Anfängerin wie mich ein idealer Ort, mich mit Globen vertraut zu machen. Teil meiner Ausbildung war auch ein längerer Studienaufenthalt an der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. In der dortigen, ebenfalls wunderbaren Globensammlung, konnte ich weitere Kenntnisse erwerben.

Nach Abschluss meiner Ausbildung am National Maritime Museum eröffnete ich meine eigene Restaurierungs-Werkstatt in Lambeth, London, wo ich nun schon viele Jahre tätig bin. Es ist ein erfreulicher Zufall, dass die ersten gedruckten Globen, die in England hergestellt wurden, auch aus Lambeth stammen.

Meine Tätigkeit besteht in der Reinigung und Reparatur alter und beschädigter Globen. Die meisten Globen, die den Weg in meine Werkstatt finden, stammen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Aber auch noch ältere Globen habe ich bereits betreut und es tauchen jetzt immer mehr Globen des 20. Jahrhunderts bei mir auf. Obwohl nun schon viele Hunderte Globen durch meine Hände gegangen sind, habe ich immer noch das Gefühl dazu zu lernen. Viele Globen sehen ähnlich aus, aber tatsächlich sind sie untereinander sehr verschieden; selbst bei einem Globenpaar kann es sein, dass die beiden Teile des Paares auf ein- und dieselbe Behandlung sehr unterschiedlich reagieren. Die von mir durchgeführte Restaurierung besteht im Allgemeinen aus zwei Tätigkeiten: Oberflächenbehandlung und Reparatur der Kugel. Die Oberflächenbehandlung umfasst in der Regel Reinigung; wenn der Lack brüchig geworden oder verfärbt ist, muss auch dieser entfernt werden. Diese beiden Vorgänge, aber manchmal auch nur die bloße Reinigung, verwandeln oft einen Globus aus einem dunklen, vergilbten und hässlichen Etwas wieder in ein Objekt mit deutlich sichtbarer Farbe und gedruckten Details - die ja der Grund für seine Herstellung waren. Ist die Kugel des Globus gebrochen, oder der innere Aufbau beschädigt, stellt die Restaurierung eine größere Herausforderung dar. In einem solchen Fall müssen vielleicht die papierenen Globenstreifen losgelöst werden, damit man die darunter liegenden Schichten reparieren kann. Alle diese Vorgänge müssen ganz behutsam durchgeführt werden, was sehr zeitraubend sein kann. Nicht zu vergessen ist, dass man sich selbstverständlich auch um die übrigen Bestandteile des Globus, nämlich den Horizontring, das Gestell und den Meridianring kümmern muss.

Zusätzlich zu meiner praktischen Restaurierungstätigkeit werde ich immer öfter gebeten, Gutachten über den Erhaltungszustand lang vernachlässigter Globensammlungen zu erstellen. Bei einer solchen Untersuchung bemühe ich mich, die einzelnen Globen gemäss ihrem Erhaltungszustand in verschiedene Kategorien einzuteilen und so die Priorität der Konservierungsmaßnahmen festzulegen. Ein solches Gutachten bildet dann meist die Grundlage für einen Konservierungsplan, dessen Durchführung viel Zeit in Anspruch nehmen kann, weil zunächst die Finanzierung usw. geregelt werden müssen. Bevor man mit der Restaurierung bestimmter Stücke beginnt, wird daher manchmal untersucht, ob andere, einfache Maßnahmen zur Erhaltung der Globen möglich sind, z.B. Verbesserung der Lagerung oder - wo nötig - sogar nur "Erste Hilfe".

Der Großteil meiner Arbeitsaufträge kommt von Institutionen wie der British Library, dem National Trust, verschiedenen Universitätsbibliotheken und auch von Museen des In- und Auslands. Ich arbeite jedoch auch für private Globenbesitzer.

Das Ziel meiner Tätigkeit als Globenrestauratorin ist es, die betreffenden Objekte im bestmöglichen, stabilsten Zustand für die Zukunft zu erhalten. Sehr alte Objekte, wie betagte Menschen, werden kaum so aussehen können, wie in ihrer Jugend, besonders, wenn sie ein hartes Leben hinter sich haben. Bei sorgfältiger und sanfter Behandlung sowie einfühlsamer Reparatur oder Auswechslung gebrochener Teile, kann dem Verfallsprozess jedoch Einhalt geboten werden und die Objekte können wieder in einen stabilen Zustand gebracht werden. Ihr ursprüngliches Aussehen kann teilweise, manchmal auch vollständig, wiederhergestellt werden. Durch die sorgfältige Auswahl geeigneter Materialien sowie durch Nachbetreuung können die Globen vor weiterer Beschädigung bewahrt werden, so dass sie ihr Alter mit Anmut und Würde präsentieren werden.

Sylvia Sumira
Conservation of Globes
158 Old South Lambeth Road
London SW8 1XX, UK
Tel/Fax: +44-20-1581 1593
Email: sylvia.sumira@btinternet.com


Rund um den Globus

Aus Anlass des 50jährigen Gründungsjubiläums der Internationalen Coronelli-Gesellschaft stiftete die Sponsoringbeauftragte der Österreichischen Nationalbibliothek, Frau Dr. Margarethe Strassnig-Bachner, dem Globenmuseum einen seltenen und wertvollen Globus. Es handelt sich dabei um "Brandegger's Kinderglobus" im Durchmesser von 12 cm, hergestellt um 1850. Er kann nun als frühes Beispiel eines speziell für die Unterrichtung von Kindern didaktisch gestalteten Globus im Ausstellungsbereiches des Globenmuseums besichtigt werden.

Jan Mokre

Im Heimatmuseum der Stadt Oettingen in Bayern werden Globen des Amsterdamer Verlages von Jodocus Hondius aufbewahrt, die der Forschung bisher nicht bekannt waren. Es handelt sich um ein Globuspaar im Durchmesser von jeweils 21 cm, bestehend aus einem Himmelsglobus aus dem Jahr 1601 und dem zugehörigen Erdglobus in der späteren Ausgabe von 1618. Beide Globen sind in nur wenigen Exemplaren überliefert. Peter van der Krogt versah sie in seinem grundlegendem Werk Globi Neerlandici (Utrecht 1993) mit den Signaturen HON III (Himmelsglobus) bzw. HON III, State 2 (Erdglobus). Besondere Aufmerksamkeit verdient der Erdglobus, der einen bislang unbekannten Zustand dokumentiert, da er im Gegensatz zu allen anderen Ausgaben sowohl in der Legende als auch im Benützervermerk den Namen von Jodocus Hondius verschweigt.

Nicht erforscht ist bislang die Globenproduktion des Augsburger Landkartenverlegers Matthäus Albrecht Lotter (1741-1810), Sohn und Nachfolger von Tobias Conrad Lotter. Am 7. Juni 2000 versteigerte das Auktionshaus Christie's in London einen undatierten Himmelsglobus von Matthäus Albrecht Lotter im Durchmesser von 31 cm. Von diesem "Globus Coelestis" waren bis dahin lediglich unvollständige Kupferstiche der Globusstreifen bekannt (Amsterdam, Rijksprentenkabinet). In der privaten Kartensammlung von Anton Lotter, Stadtbergen, konnte nun ein kompletter Kupferstichsatz für den Himmelsglobus ausfindig gemacht werden, der auf drei Blättern Globusstreifen, Polarkalotten und Horizontring darstellt. Ebenfalls wird in dieser Sammlung ein kompletter Kupferstichsatz (3 Blätter) eines dazugehörigen, bisher unbekannten Erdglobus verwahrt. Er trägt den Titel "Globe Terrestre" und entstand unmittelbar nach Ende der dritten Entdeckungsfahrt von James Cook, also um 1780/81. Die sechs Kupferstichblätter befinden sich in einem hervorragenden Erhaltungszustand.

Ergebnislos blieb bislang die Suche nach einem kleinen Erdglobus im Durchmesser von 5 Zoll (ca. 15 cm) den der Augsburger Landkartenverlag von Johannes Walch um 1830 herausbrachte. Wer Kenntnis über ein erhaltenes Exemplar besitzt, wird herzlich um eine kurze Mitteilung an die Internationale Coronelli-Gesellschaft gebeten.

Michael Ritter, Sielenbach

Jährlich gehen Tausende Menschen an ihm vorbei: dem mit ca. 2m Durchmesser sehr auffälligen und imposanten Reliefglobus vor dem Zeiss Planetarium Wien im Prater. Sie bleiben stehen, betrachten und drehen den Globus, sie fotografieren ihn oder lassen sich davor ablichten. Das Zeiss Planetarium Wien ist sehr glücklich, einen so interessanten Anziehungspunkt zu haben. Jedoch haben über 30 Jahre Wind und Wetter dem Globus zugesetzt. Der Anstrich ist verblasst und die Oberfläche ist rau und löchrig geworden. Das Zeiss Planetarium Wien sucht nun Unterstützung für die dringend notwendige Restaurierung dieses einzigartigen Objektes. Sowohl finanzielle als auch tatkräftige Hilfe ist willkommen. Im Gegenzug wird bei dem Globus eine Tafel angebracht werden, die Spender durch Namensnennung oder Sponsoren durch Präsentation des Logos würdigen wird. Um mehr über dieses Projekt zu erfahren, wenden Sie sich bitte an Frau Mag. Monika Fischer vom Zeiss Planetarium Wien unter der Tel.: +43-1-72 95 494-12 oder per e-mail: mfischer@plantarium-wien.at.

mitgeteilt


1998 bis 2000 erfolgte eine umfassende Renovierung und teilweise Neugestaltung des Liturgiebezirkes der Wallfahrtskirche von Mariazell in der Steiermark. Im Rahmen dieser Arbeiten erfolgte auch eine gewissenhafte Restaurierung des von Johann Bernhard Fischer von Erlach entworfenen und zwischen 1700 und 1702 errichteten Hochalters durch die Wiener Metallrestauratorinnen Frau Mag. Elisabeth Krebs und Frau Mag. Verena Krehon.

Teil der Altarkomposition, die zu den bedeutendsten Werken hochbarocker Inszenierungskunst in Österreich zählt, ist ein Erdglobus, der neben seiner vielschichtigen symbolischen Funktion als Tabernakel diente. Er bildet eines der wenigen bekannten, jedoch besonders beeindruckenden Beispiele für die Verwendung von Globen zur Gestaltung von Kirchenräumen.

Die Kugel im Durchmesser von 185 cm besteht aus einer Holzkonstruktion, die Oberfläche aus teilweise vergoldetem Silberblech. Sie wurde bei dem Augsburger Silberhändler Christoph Schantanell in Auftrag gegeben; die eigentliche Fertigung wird jedoch den Goldschmieden Emanuel und Philipp Jakob Drentwitt zugeschrieben. (vgl. dazu: Der Mariazeller Hochaltar. Hrsg.: Basilika Mariazell, Benediktiner Superiorat - St. Pölten 2001 und: Ingeborg Schemper-Sparholz: Johann Bernhard Fischers von Erlach Hochaltar und die Arbeiten Lorenzo Mattiellis in Mariazell. In: Barockberichte. Informationsblätter des Salzburger Barockmuseums zur bildenden Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts, 2001, S. 692-727)

Das Kartenbild ist graviert und stellt das Gradnetz, die Ekliptik mit den Tierkreiszeichen, die Meere, vier Kontinente, Inseln, aber auch Fabeltiere und Schiffe dar. Die Landflächen wurden, mit Ausnahme der Gewässer, feuervergoldet. Eine Analyse des Kartenbildes steht noch aus, eine Betrachtung überlieferter zeitgenössischer Globen führte bisher nicht zur Identifizierung eines Vorbildes.

Jan Mokre

Zu unserem Bericht über die Restaurierung eines Erdglobus von Didier Robert de Vaugondy in NEWS 2001 (S. 18) liegen uns mittlerweile detailliertere Informationen vor. Die Globensegmente waren bereits vor Jahren von der Oberfläche abgelöst worden. Diese wieder auf die restaurierte Kugel aufzubringen war nicht möglich - man entschied sich daher, die Kupferstiche hochauflösend zu scannen und die entstandenen Datensätze nach einer digitalen "Säuberung" mittels Digitaldruckverfahren auf ein geeignetes Trägerpapier zu reproduzieren. Die restaurierte Globuskugel wurde mit diesen Drucken beklebt, während die originalen Globensegmente offenbar weiterhin im Tresor der Universitätsbibliothek aufbewahrt werden. (vgl. dazu: Susanne Krömker, Jens Dannehl: Wissenschaftliches Rechnen und Restaurierung einer Globuskugel. Bericht über eine geglückte Zusammenarbeit zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen und der Universitätsbibliothek Heidelberg. In: Theke. Informationsblatt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bibliothekssystem der Universität Heidelberg 2000. 27-36 mit weiterführender Literatur.)

red

Neue Veröffentlichungen über Globen

Johannes Stoffers: Globus und Karte in Karikaturen zur Aussen- und Internationalen Politik. In: Auswärtiger Dienst. Vierteljahresschrift der Vereinigung Deutscher Auslandsbeamten e.V., 60/1999. 13-38.

Nicolangelo Scianna: Vincenzo Coronelli construttore di globi. Le vite parallele di Vincenzo Coronelli e Luigi Ferdinando Marsili. In: Un intellettuale europeo e il suo universo: Vincenzo Coronelli (1650-1718). Ed. by Maria Gioia Tavoni. - Bologna 1999. 118-137.

Fabrizio Bònoli: Coronelli astronomo e il globi celeste. Le vite parallele di Vincenzo Coronelli e Luigi Ferdinando Marsili. In: Un intellettuale europeo e il suo universo: Vincenzo Coronelli (1650-1718). Ed. by Maria Gioia Tavoni. - Bologna 1999. 138-161.

Elly Dekker, Kristen Lippincott: The Scientific Instruments in Holbeins Ambassadors: A Re-Examination. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 62/1999. 93-125.

John R. Millburn: Adams of Fleet Street. Instrument Makers to King George III. - Ashgate Publ., Aldershot, 2000.

Monique Pelletier: Le 'Globe vert' et l'oevre cosmographique de Gymnase vosgien. In: Bulletin du Comité Français de Cartographie 163/2000. 17-31.

Monique Pelletier: Cartographie de la France et du monde de la Renaissance au Siècle des lumières. - Bibliothèque nationale de la France, Paris 2001.

Gudrun Zögner, Lothar Zögner: Globen in Berlin. In: Kartographische Sammlungen in Berlin. Geschichte, Standorte, Informationen. Ed. by Lothar Zögner (= Kartensammlung und Kartendokumentation 12, Gotha 2001) 69-90.

Jan Mokre: Große Pläne, kleine Kugeln - Globen im Verlag Homann. In: "auserlesene und allerneueste Landkarten" Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Ed. by Michael Diefenbacher, Markus Heinz, Ruth Bach-Damaskinos (= Ausstellungskataloge des Stadtarchivs Nürnberg 14, Nürnberg 2002) 138-149.

Sven Hauschke: Globen und Wissenschaftliche Instrumente. Die europäischen Höfe als Kunden Nürnberger Mathematiker. In: Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg, 1400 - 1800. Ed. by Hermann Maué, Thomas Eser, Sven Hauschke, Jana Stolzenberger. Exhibition cataogue - Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 2002. 365-389.


In Memoriam

Am 16. Februar 2002 verstarb unser langjähriges Wiener Mitglied, DDr. Robert Haardt, im 81. Lebensjahr. Robert Haardt, Sohn des Gründers der Internationalen Coronelli- Gesellschaft, war seit 1952 Mitglied unserer Gesellschaft.

Am 4. April 2002 verstarb in Amsterdam unser Mitglied Nico Israel, der oft als einer der bedeutendsten Händler antiquarischer Bücher im 20. Jahrhundert bezeichnet wurde. Der Verstorbene war aber auch ein bedeutender Verleger, dem zahlreiche, für das Gebiet der Kartographiegeschichte relevante Publikationen zu verdanken sind - so z. B. die in der Serie "Theatrum Orbis Terrarum" erschienenen Faksimile-Atlanten aber auch Koeman's "Atlas Neerlandici". 1962 bis 1972 wurde bei Nico Israel in Amsterdam außerdem IMAGO MUNDI: the International Journal for the History of Cartography, verlegt.

Dr. Maximilian Kratochwil, Wien

Günther Leisten, Köln

Architekt Dipl. Ing. Alfons Oberlack, Köln

Friedrich Wager, Wien


Globes at Auctions — Auktionsergebnisse

Heide Wohlschläger

From catalogues of Christie's and Sotheby's we draw the following results (left estimates and right hammer price with buyer premium, in British Pounds - US Dollar denoted by $).

CHRISTIE's South Kensington, 6 June 2001

1 - A 1¼-inch (2,8 cm) diameter miniature terrestrial globe, unsigned, probably English, early 19th-Century. With steel axis pins contained in a purple plush-lined red morocco-covered drum-shaped case with a brass hook and eye, 1 5/8 in. (4,1 cm) high
2,000 - 3,000 — -----

4 - A 1¾-inch (4,4 cm) diameter miniature terrestrial globe, German, signed 'Die ERDE im kleinen C. B.'. With steel axis pins in a turned mahogany box (loose) with domed lid
1,200 - 1,500 — -----

6 - A 4-inch (10 cm) diameter terrestrial globe, c. 1890, signed 'ERD-GLOBUS 10 Cent. N. d. neuesten Quellen entw. BERLIN. Ludw. Jul. Heymann.' on an ebonised baluster-turned column and plinth base with small inset glazed compass. 8½ in. (21,5 cm) high
350 - 500 — 446

11 - A pair of 3-inch (7,6 cm) diameter miniature globes, the terrestrial 'NEWTON'S New & Improved TERRESTRIAL GLOBE Published by Newton & Son 66 Chancery Lane & Fleet St, Temple Bar', the celestial 'NEWTON'S Improved Pocket Celestial GLOBE', both with unengraved brass meridian half-ring, raised on a turned fruitwood column and circular plinth base. 5¾ in. (14,5 cm) high
2,500 - 3,500 — 2,350

13 - A 10-inch diameter Lunar globe, Moscow, 1961, raised on a simple ebonised bakelite plinth base -14¾ in. (37,5 cm) high
1,800 - 2,000 — 2,585

15 - An unusual 6-inch diameter Islamic wooden manuscript celestial globe, probably 19th Century, with graduated equator, ecliptic and both equinoctial and solstitial colures, no constellations shown, but several notes in Arabic, with holes at the celestial and ecliptic poles for mounting
800 - 1,200 — 3,290

19 - A 2¾-inch (7 cm) diameter miniature terrestrial inkwell globe, unsigned, the northern hemisphere hinged to open to reveal a glass inkwell inside
----- — 117

20 - 'Patent 19460 RICHARD'S CHRONOSPHERE' with a 6-inch (15.5 cm) diameter terrestrial globe, c. 1910. the base stamped with 'MADE IN FRANCE 181 - 11½ in. (29,2 cm) high
500 - 800 — 940

22 - A 16-inch (c. 40 cm) diameter collapsible terrestrial globe, c. 1890, with black enamelled umbrella-type frame, contained in the original wooden case. The globe signed 'BY THE QUEEN'S ROYAL LETTERS PATENT BETT'S PORTABLE TERRESTRIAL GLOBE COMPILED FROM THE LATEST AND BEST AUTHORITIES LONDON: GEORGE PHILIP & SON, 32 FLEET STREET. LIVERPOOL: CAXTON BUILDINGS AND 49 & 51, SOUTH CASTLE STREET'.
400 - 600 — 235

26 - A 'NEW PORTABLE ORRERY by W. JONES, Made and Sold by W. & S. JONES, 30 Holborn LONDON' with a 1½-inch (3,8 cm) diameter earth globe signed 'W. & S. JONES, LONDON'.
12,000 - 15,000 — 21,150

27 - A mid 19th-Century French geocentric armillary sphere, unsigned, but in the manner of the Delamarche atelier, with a 1½-inch (3,8 cm) diameter terrestrial globe at the centre, on an ebonised turned column and stepped plinth base - 19 in. (48,3 cm) high
4,000 - 6,000 — -----

30 - A 19th-Century Italian armillary sphere, unsigned, the 1½-inch (3,8 cm) diameter terrestrial globe at the centre, with separate arms for the papered sun and moon discs, within red-painted iron polar, tropic and equatorial rings, each papered on the upper surface, raised on an ebonised baluster-turned plinth base. 14½ in. (36,8 cm) high
1,500 - 2,000 — 1,175

31 - An early 19th-Century orrery, unsigned, the gilt-brass sun ball with six rotating planet arms with ivory planet balls, earth with one ivory moon ball on an arm, Jupiter with four moon balls, Saturn with a ring ad five moon balls, turning from the centre of a 7-inch (17.8 cm) diameter horizon plate, laid on a drum-shaped mahogany support atop a baluster turned column and circular plinth base. 11½ in. (29,2 cm) high
800 - 1,200 — 2,585

33 - A 19th-Century orrery, the 3-inch (7,6 cm) diameter celestial globe at the centre signed 'DELAMARCHE No. 25 Rue Serpente PARIS', held on a cast brass column above a turning horizontal plate, printed with a flat projection of the earth, surrounded by a fixed enamelled hour scale number I-XII (2x) with gilt border, around which rotates a decorative band depicting the various inhabitants of the world, half passing beneath a fixed blue and white painted sleeve entitled HEURES DE NUIT, the whole surrounded by a raised enamel ring graduated in degrees and in hours 1-24 and showing the phases of the moon with the moon figures picked out in gilt, fixed to a heavy marble plinth base.
6,000 - 8,000 — 11,162

34 - A mid 19th-Century French tellurium, the 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial globe signed 'DELAMARCHE Paris Rue Serpente'
6,000 - 8,000 — 8,225

35 - A late 18th-Century brass and silvered-brass Martin-type orrery, signed on the horizontal plate 'Miller Edinburgh', the central geared mechanism with five planet arms with ivory planet balls and subsidiary geared mechanism for the painted plaster earth ball, shaded ivory moon ball and glass Mars ball, mounted on an octagonal brass horizontal drum (sun ball missing, earth ball lacking gores, all planets lacking moon balls and with replacement supporting arms, Mars a replacement glass bead, brass stand a replacement), 13¾ in. (34,9 cm) high
4,000 - 6,000 — 7,637

41 - A pair of 10-inch (25,4 cm) diameter globes, the terrestrial 'JORDGLOB Utgifven af C. AKRELL, 1864. Tilverkas af L.C. Hasselgren Stockholm', the celestial 'HIMMELSGLOB L. C. Hasselgren', both spheres mounted with unengraved meridian half-circle, raised on a baluster turned fruitwood column and plinth base, with inset compass. 17½ in. (44,4 cm) high
3,500 - 4,500 — 5,875

42 - A 13-inch (33 cm) diameter terrestrial globe, c. 1905, signed 'Verlag Berliner Allgemeine Zeitung Berlin SW, Königgrätzerstr,. 40/42' raised atop a stooped cast bronze figure of Hercules, the plinth base impressed with 'J. D. Thomas SOUTHAMPTON 1859 JUNE 1' - 34½ in. (87,8 cm) high
1,200 - 1,500 — 3,290

43 - A quartet of 10-inch (25,4 cm) diameter terrestrial and celestial globe and two armillary spheres (geocentric and heliocentric), the terrestrial globe signed 'GLOBE Classique NOUVELLE ÉDITION Par CH. DIEN MÉDAILLE D'ARGENT Revu en 1849 SAURET - ANDRIVEAU Successeurs Rue des Beaux Arts, 8', the celestial globe 'Dressé PAR CH. DIEN. PARIS Sauret-Andriveau. Succ. Rue des Beaux Arts 8.', the Ptolemaic armillary sphere with 2-inch (5,1 cm) diameter terrestrial globe 'DELAMARCHE No 12 Rue du Jardinet PARIS', the Copernican armillary sphere with 1¼-inch (3,2 cm) diameter brass sun ball at the centre arranged with three gear wheels to the small brown and green painted earth ball and with-painted moon-ball, with wire arms for eight further white-painted planet balls, with stamped brass equinoctial and solstitial colures. The four spheres with typical Charles Dien steel horizon rings and stamped brass meridian circles, mounted on turned ebonised column and stepped plinth base. 20-inch (50,8 cm) high each, avagerage; together with a copy of 'De l'Usage des Globes et des Sphères, Charles Dien, Nouvelle Édition, E. Bertaux, Libraire-Éditeur, 8°.
20,000 - 25,000 — 30,550

44 - A 7-inch (17,8 cm) diameter terrestrial table globe 'Publié par CH. DIEN Geoge E. BERTAUX, Editeur Rue Serpente, 25', with engraved brass meridian half-circle, mounted on a short brass-topped ebonised tapered wooden column and plinth base. 13¾ in. (35.9 cm) high
1,300 - 1,500 — 1,645

45 - A pair of 12½-inch (31,8 cm) diameter table globes by Johann Gabriel DOPPELMAYR, Nuremberg, 1728. The terrestrial signed 'GLOBUS TERRESTRIS in quo locorum insigniorum situs terraque facies, secundum praecipuas celeberrimorum nostri aevi Astronomorum et Geographorum observations opera IOH. GABR. DOPPELMAIERI mathem. Prof. Publ. Norib. Exhibentur, concinnatus à Ioh. Georg. Puschnero Chalcographo Norib. A.C. 1728', a second cartouche in the southern Pacific surrounded by portraits of various explorers, and beginning with 'Mart: Bohemus Norib. Eques (pasted on), and then Americus Vesputi, Franc. Draco, v. Schouten, Georg Spilbergius, R.P. Tachard S. Les., Wilh. Dampier (pasted on), Mon: dela Salle, Tomas Candisch, Olivirius a Nord, Ferdin. Magellanicus and Christ. Columbus'. The celestial globe signed 'GLOBUS COELESTIS NOVUS Stellarum fixarum Loca secundam celeberrimi Astronomi Dantiscani IOHANNIS HEVELII Catalogum ad anum Chr. 1730. compl. sistens, opera IOH. GABR. DOPPELMAIERI, M.P.P. exhibitus à Iohanne Georgio Puschnero Chalcographo Noribergensi A.C. 1728'. Both spheres held in the engraved brass meridian ring by two brass axis pins, with engraved brass hour ring, pointer lacking, the octagonal horizon with hand-coloured engraved applied paper ring with decorative corners supported on four baluster-turned mahogany columns united by oak cross-stretchers beneath a circular platform with meridian support, and with four bun feet. 18½ in. (47 cm) high
30,000 - 40,000 — 35,250

46 - A 15-inch (38,1 cm) diameter terrestrial globe, signed 'GLOBE TERRESTRE dressé par E. DUBAIL. E. BERTAUX, Editeur, 25, Rue Serpente, Paris. Gravé par P.Méa Imp. Monrocq, Paris', ca. 1910, with stamped brass meridian ring and horizon ring, raised on a turned brass and ebonised wood column and square plinth base. 30½ in. (77,5 cm) high
300 - 400 — 176

47 - A pair of 13-inch (33 cm) diameter globes by J. FELKL & SOHN, Rostok bei Prag, ca. 1880. The terrestrial signed 'ERDKUGEL (GLOBUS) Druck und Verlag von J. FELKL & SOHN Lehrmittel-Fabrik in ROSTOK bei PRAG', the celestial‚ HIMMELSGLOBUS Entworfen und herausgegeben von J. FELKL & SOHN Roztok - Prag'. Both spheres with stamped brass meridian, hour ring with pointer and adjustable and graduated quadrant of altitude, raised on three ebonised quadrant supports to central baluster-turned column and three hipped in swept legs, a brass-cased glazed compass held between on three brass supports. 28¾ in. (73 cm) high
8,000 - 10,000 — -----

48 - A 6-inch (15,2 cm) diameter moon globe signed 'GLOBE DE LA LUNE Dressé sous la direction de CAMILLE FLAMMARION Par C. M. GAUDIBERT E. BERTAUX Editeur à Paris. Echelle 1 : 23,000.000', raised on a turned ebonised column and plinth base. 11¾ in. (29,9 cm) high
2,200 - 2,500 — 6,462

49 - A 6-inch (15,2 cm) diameter Mars globe signed 'Globe Géographique de la Planète MARS d'après CAMILLE FLAMMARION par E. Antoniadi E. Bertaux, Editieur, Paris.' Raised on a turned ebonised column and plinth base. 11¾ in. (29,9 cm) high
2,200 - 2,500 — 5,640

51 - An 8-inch (20,3 cm) diameter terrestrial globe, signed 'ERDGLOBUS gezeichnet von H. KIEPERT BERLIN Geogr. Verl. D. Reimer, (Ernst Vohsen)' raised without meridian ring on a short wire arm to an ebonised baluster-turned column and circular plinth base. 15 in. (38,1 cm) high
400 - 600 — 646

52 - A 19-inch (48,2 cm) diameter terrestrial globe, signed 'JORDGLOBE av H. KIEPERT svensk uplaga av ARVID KEMPE. Wahlström & Widstrand, Stockholm 1909. D. Reimers kartograf. Tryckeri, Berlin.', with stamped brass meridian half-ring raised on a ebonised and baluster-turned column and plinth base. 32 in. (81,3 cm) high
1,200 - 1,500 — 1,175

54 - A 6-inch (15,2 cm) diameter terrestrial globe, ca. 1845, signed 'DIE ERDE nach den neuesten Endeckungen NÜRNBERG Verlag von J. G. Klinger's Kunsthandlung. Gez. u. gest. v. J.A. Bühler' with iron axis pins, in a green leatherette-covered drum-shaped card box, the lid applied with a hand-coloured engraved picture of a family gathered around a table and various instruments including two globes, a telescope, a map and a pair of compasses being used by the father, a set square and various books, entitled 'DIE ERDE the Earth La Terre'. 6¼ in. (15,9 cm) high
4,000 - 6,000 — -----

54 A - A 11-inch (27,9 cm) diameter terrestrial globe, ca. 1835, signed 'GLOBE TERRESTRE Dressé Par P. LAPIE Geog. Colonel au Corps royal d'Etat-major', with papered wooden meridian ring with brass edging and similarly constructed horizon ring, raised on a turned ebonised column and plinth base. 20¼ in. (52,8 cm) high, poor condition
300 - 500 — 376

55 - A 12-inch (30,5 cm) diameter terrestrial globe 'Loring's TERRESTRIAL GLOBE containing all THE LATEST DISCOVERIES AND Geographical Improvements, also the Tracks of the most celebrated Circumnavigators. Compiled from Smith's new English Globe, with additions and improvements by Annin & Smith. BOSTON Josiah Loring 136 Washington St 1844.' With graduated brass meridian ring, held in the coloured papered horizon, on four baluster-turned mahogany legs united by cross-stretchers. 17½ in. (44,4 cm) high
600 - 800 — 1,175

56 - A pair of 6 inch (15,2 cm) diameter globes, the terrestrial signed 'MALBY'S TERRESTRIAL GLOBE Compiled from the Latest & MOST AUTHENTIC SOURCES. Including all the recent Geographical Discoveries, Manufactured for the Commissioners of Irish National Education. DUBLIN 1859', the celestial 'MALBY'S CELESTIAL GLOBE, MANUFACTURED FOR THE COMMISSIONERS of Irish National Education DUBLIN, 1859'. Both globes with unengraved meridian half-ring, baluster-turned mahogany column and circular plinth base. 10 in. (25,4 cm) high
2,500 - 3,500 — 3,290

57 - A 12-inch (30,5 cm) diameter terrestrial globe, ca. 1877, 'MALBY'S TERRESTRIAL GLOBE. Compiled from the Latest & MOST AUTHENTIC SOURCES. Including all the recent Geographical Discoveries. EDWARD STANFORD, GEOGRAPHICAL PUBLISHER &c. 55, CHARING CROSS, LONDON.' With stamped brass meridian ring, stand missing.
1,200 - 1,500 — 1,175

60 - A 15-inch (38,1 cm) diameter terrestrial globe 'Schotte's UNIVERSAL-GLOBUS 15" - 40 ctm Durchmesser, Maßstab 1 : 32 500 000 Nach den neuesten u. besten Quellen bearbeitet. BERLIN W 35. Verlag Ernst Schotte & Co. Druck Berl. Lithogr. Institut.' With stamped brass meridian half-ring, raised on a baluster-turned ebonised column and three cabriole legs, an out swinging compass fixed beneath the column. 30 in. (76,2 cm) high
1,200 - 1,500 — 1,527

62 - A pair of 12-inch (30,5 cm) diameter table globes, the terrestrial 'WYLD'S Globe of the Earth WITH THE LATEST DISCOVERIES. London. Published by JAMES WYLD Charing Cross East. 1838.', the celestial 'WYLD'S GLOBE OF THE Heavens CONTAINING THE FIXED STARS TO THE SIXTH MAGNITUDE INCLUSIVE: Calculated to the Year 1844 Collated from F. Baily's edition of Flamstead: Piazzi, La Caille, Hevelius, Mayer, Bradley &c. London, Pub.d by James Wyld, Charing Cross East, 1844'
both spheres with engraved brass meridian ring, the mahogany horizon with engraved paper on four baluster-turned legs united by cross stretchers. 18 in. (45,7 cm) high
7,000 - 9,000 — -----

63 - A pair of 15 inch (38,1 cm) diameter library globes, the terrestrial 'CARY'S NEW TERRESTRIAL GLOBE, Drawn from the most recent GEOGRAPHICAL WORKS, showing the whole of the New Discoveries with the TRACKS of the PRINCIPAL NAVIGATORS and every improvement in Geography to the present Time. LONDON: London Published by G. & J. Cary, St. James's St. Jan.y 5th 1849.', the celestial CAR'S NEW CELESTIAL GLOBE, ON WHICH are carefully laid down the whole of the STARS AND NEBULAE contained in the Catalogues of Wollaston, Herschel, Bode, Piazzi, Zach &c. calculated to the Year 1820. Made & Sold by J. & W. Cary. No. 181 Strand London 1818.' Both spheres with brass meridian ring and wooden horizon ring supported by a mahogany stand. 40 in. (101,6 cm) high
12,000 - 15,000 — 21,150

66 - A pair of 42½ inch (110 cm) diameter library globes, each made up of two sets of twelve original proof gores [by Vincenzo CORONELLI] and two (later) polar calottes, with (later) horizon papers, the celestial being the convex gores, laid on modern plaster spheres, with modern mountings, signed on the meridian G & T (Greaves & Thomas), London. Both spheres in Dutch-style stand with octagonal oak horizon ring. 69 in. (175 cm) high
100,000 - 150,000 — 113,750

SOTHEBY'S, Olympia London - 20 September 2001

72 - A 3-inch terrestrial pocket globe, English, ca. 1791, the cartouche reading 'CARY's pocket Globe agreeable to the latest DISCOVERIES LONDON Pubd by J & W Cary Strand April 1791', contained within a fishskin case with one half of the interior applied with gores depicting 'The WORLD as known in CAESAR's time agreeable to D'Anville', the other half of the interior showing 'A TABLE OF Latitudes & Longitudes of Places not given on this GLOBE'.
2,200 - 3,200 — -----

73 - A 2¾-inch pocket globe, English, signed 'LANE's Pocket GLOBE London 1807', contained within a black fishskin case with green coloured celestial map applied to the interior.
2,000 - 3,000 — 2,115

76 - A 3-inch terrestrial globe, American, ca. 1820. 'A Three inch Terrestrial GLOBE By Wilson & Co. Alby.', mounted between bobbin-turned fruitwood vertical supports fitted onto a horizontal similar support which would have originally formed part of the stand cross stretcher now missing. 5 in. (12,7 cm) high
1,200 - 1,800 — 4,347

77 - A Betts collapsible portable terrestrial globe, English, mid 19th century. 'By the Queens Royal Letters Patent Betts's New Portable Terrestrial Globe compiled from latest and best authorities London, John Betts, 115 Strand', printed on waxed cloth with umbrella type frame, in original wooden box. 28½ in. (72,5 cm) length
400 - 600 — 411

80 - A 6-inch terrestrial educational jig-saw globe, American, first quarter 20th century. 'Terrestrial Globe 6 Dia Geographic Educator, New York USA' made up of 12 lithographed gores laid onto a die cast metal sphere, with a map of the world, the sphere split into five sections, each section with puzzles of different continent with all the countries named in relief, on cast iron tripod stand with metal rod and securing brass pin. 10 in. (25,5cm) high
500 - 800 — 646

81 - A 12-inch terrestrial globe by Dr. Krause, German, ca. 1920, with half meridian ring, mounted on turned ebonised stand. 27 in. (68,5 cm) high
350 - 450 — 611

82 - A 21-inch celestial globe, English, published 1799. 'Cary's New and Improved Celestial Globe of which is carefully laid down the whole of the STARS and the NEBULAE … Made and sold by J & W Cary … 1799', with brass meridian ring, the horizon ring supported on four turned wooden legs with cross stretchers. 27¾ in. (70 cm) high
2,500 - 5,000 — 22,325

83 - An heliocentric (Copernican) armillary sphere by Luigi Cervellati, Bologna, late 18th century, signed on one of the Arctic polar rings 'Luigi Cervellati Forma', the 12-inch diameter paper on board sphere consisting of seven concentric rings including the Zodiac band, Tropics, Equator, equinoctial ring and polar rings. Meridian ring with hour ring. In the centre a wooden sphere representing the sun and six smaller spheres on metal rings for revolving around the sun. Octagonal walnut stand with horizon ring supported by four tapered walnut legs with turned walnut stretchers. 19¼ in. (49,
5 cm) high
10,000 - 15,000 — 9,400

84 - A 18-inch celestial globe by G & L. VALK, Dutch, dated 1715, signed 'URANOGRAPHIA … Operà et Studio GERHARDI ET LEONHARDI VALK, Amstelædamnensium 1715. cum Privilegio.' And dedicated to Johann TRIP in a second cartouche. 'In very good restored condition'.
50,000 - 55,000 — -----

85 - A pair of 8-inch terrestrial and celestial globes by Matthäus SEUTTER, German, c. 1710. 'Both globes in fine, restored condition'.
40,000 - 45,000 — -----

86 - A W. JONES orrery, English, ca. 1812, signed 'A new portable orrery invented and made by W. Jones and sold by him in Holborn, London'. The 19,5 cm circular mahogany base overlaid with printed paper (calendar, equinoxes and the four seasons), the orrery may be assembled as a tellurian or as a planetarium. Planetarium: with six brass planetary arms projecting ivory, wooden and brass spheres representing various planets, each brass arm with collar fixing onto central brass axis projecting a brass sphere representing the sun. Tellurian: the brass geared mechanism with ivory moon and earth spheres and brass sphere representing the sun contained within a fitted mahogany case with small brass lamp holder. Width of case 22 cm, 8½ in.
10,000 - 15,000 — 9,165

87 - A manually adjusted tellurium signed 'Richer à Paris', the globe signed 'C. F. DELAMARCHE … 1812', French, 2nd quarter of the 19th century or earlier.
8,000 - 10,000 — -----

CHRISTIE'S South Kensington, 28 November 2001

5 - A 1 1/3-inch (4,5 cm) diameter miniature terrestrial globe, early 19th Century, English text. The globe, signed 'MCB', maybe made by Carl Bauer, Nuremberg, contained in the original paper-covered card-box, the lid applied with an hand-coloured engraved label with the title in a circular cartouche 'The WORLD with ist [sic] animals', flanked by a bear, an elephant, a seated lion, a horse and two camels, the inside base of the box glued with the remaining two folds of an engraved paper strip. The underside of the box inscribed in ink 'Miss Julia Locking Given to her by Mr. Blaine […] 1838'.
[This globe, is signed with the initials MCB and not MPS - therefore 'M' perhaps standing for 'Mechanicus' and 'CB' and 'PS' for the author - CB for Carl Bauer, PS for another globe maker from Nuremberg (Peter Salziger (??), died 1853)]
2,000 - 3,000 — 2,115

6 - A 2¾-inch (7 cm) diameter terrestrial pocket globe, early 19th Century, signed in a circular cartouche 'Neuste Darstellung der ERDE von P. B.' [Peter BAUER, Nuremberg] under the cartouche 'Kaijser sc. Nürb.', with two iron axis pins, contained in a (later) turned mahogany case with domed lid with flat knob
2,000 - 3,000 — -----

7 - A 3½-inch (8,9 cm) diameter terrestrial pocket globe, ca. 1850, signed 'DELAMARCHE Paris Rue Serpente' with steel axis pins in a turned mahogany box with domed lid with flat knob. 4½ in. (11,4 cm) high [= No. 5 from auction of 6.6.2001]
1,000 - 1,200 — 940

8 - A 2¾-inch (7 cm) diameter terrestrial pocket globe with overlaid cartouche 'DOLLOND LONDON 1809' with two iron axis pins in a (later) turned mahogany case with domed lid and flat knob
2,500 - 3,500 — 4,935

9 - A 4½-inch (11,5 cm) diameter terrestrial globe, mid 19th Century, French, originally from a tellurian or orrery, made from two metal hemispheres, signed 'Dressé PAR H. DUFOUR 18[...] Paris Rue Hautefeuille, 13, CH. DIEN'
600 - 800 — 705

10 - A 3-inch (7,6 cm) diameter pocket globe, the terrestrial globe, English, c. 1756, signed 'A New GLOBE of the Earth by James Ferguson' under the cartouche 'J.Mynde Sc.', contained in the original spherical fishskin case, interior laid with [convex] celestial gores
4,000 - 5,000 — 8,812

12 - A 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial pocket globe, c. 1760, signed 'A New GLOBE of the Earth made & Sold by Will.m King, Dublin', with holes for axis pins at the poles, contained in the original spherical fishskin-covered wooden case, the interior laid with [konvex] celestial gores
5,000 - 6,000 — 9,400

13 - A 2½-inch (6,3 cm) diameter terrestrial globe, signed 'DIE ERDE nach den neuest. Entdeck. NÜRNBERG Verl.v.I.G.Klinger Kunsthandlung', contained in the original drum-shaped leatherette-covered card box, the lid applied with a hand-coloured engraved picture of three children with a pocket globe, a table globe and a hanging picture of the world in western and eastern hemispheres on the wall behind, with the legend beneath the picture 'DIE ERDE. THE EARTH.' 2¾ in. (7 cm) high
2,000 - 3,000 — 2,585

14 - A 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial pocket globe, signed 'LANE's Pocket GLOBE. LONDON 1818', with two iron axis pins, contained in the original spherical fishskin-covered wooden case, the interior laid with [convex] celestial gores
2,500 - 3,500 — 5,287

15 - A 2-inch (5,1 cm) diameter celestial globe [c.1840], signed 'MALBY'S Celestial Globe Shewing the principal Stars of each Constellat.n Houghton St. London', with unengraved brass meridian half-circle, raised on an turned ivory column and plinth base, the column with an applied label for 'A NEW CELESTIAL GLOBE London'. 4 in. (10,1 cm) high
2,000 - 3,000 — 3,525

16 - A 2¾-inch (7 cm) diameter miniature terrestrial globe [ca. 1860], signed 'OUTLINE OF THE EARTH, BY J. MANNING.' with an unengraved brass meridian half-circle, raised on a turned fruitwood column and plinth base. 5 in. (10,7 cm) high [= No- 7 from auction of 6.6.2001]
800 - 1,200 — -----

17 - A 1¾-inch (4,4 cm) diameter terrestrial pocket globe, German, signed 'M P.S.', with an unvarnished baluster-turned fruitwood egg-cup stand, the underside with [?] owner's inscription ink, dated 1841. 3¼ in. (8,3 cm) high
1,500 - 2,000 — -----

18 - A 1 5/8-inch (4 cm) diameter miniature terrestrial globe, German, signed 'M P.S.', brass meridian ring, brass horizon ring, supporting by four brass legs terminating in bun feet, united by brass stretchers supporting a circular metal plate. 2 3/8 in. (6 cm) high [= No. 8 from auction of 6.6.2001]
1,800 - 2,000 — 1,762

21 - A 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial globe, ca. 1835, signed 'NEWTON'S New & Improved TERRESTRIAL GLOBE Published by Newton, Son & Berry 66 Chancery Lane LONDON' with two iron axis pins in a turned mahogany case, domed lid lacking
400 - 600 — 493

22 - A 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial globe, signed 'RAND MCNALLY & CO'S NEW 3 INCH TERRESTRIAL GLOBE', 'Copyright 1891', with an unengraved painted iron meridian half-circle, raised on a turned fruitwood plinth base. 5 7/8 in. (14.9 cm) high
800 - 1,200 — -----

23 - A 2¾-inch (7 cm) diameter terrestrial pocket globe, ca. 1745, signed 'A New & Correct GLOBE of the Earth By J. Senex F.R.S.', contained within the original spherical fishskin-covered wooden case, the interior lined with hand-coloured engraved celestial gores
3,000 - 4,000 — 3,525

26 - An anonymous "Easter-Egg" globe, of ovoid form, made up of two wooden halves laid with two sets of ten chromolithographed gores and one small southern polar calotte printed with 'Made in Germany', English text, 19th Century - 5½ in. (14 cm) long
600 - 800 — 2115

30 - A 8-inch (20,3 cm) diameter terrestrial time-piece globe, ca. 1890, signed 'GLOBE UNIVERSEL ASTRONOMIQUE à longitudes variables et altitudes independentes dressé et édité pour l'enseignement primaire PAR A. JOURDAN Membre des Sociétés Astronomique de France de Géographie de l'association française pour l'avancement des Sciences etc. Bréveté S.G.D.G. Gravé chez L. Sonnet Imp. Dufrenoy'. - 14 in. (35.5 cm) high
600 - 800 — 1,057

33 - A pair of approx. 7½-inch (19 cm) diameter inflatable table globes, each sphere made from untanned calf skin with an inner bladder of (later) rubber, inflatable via a metal valve at the North Pole, the terrestrial 'BREVET D'INVENTION GLOBE TERRESTRE dressé PAR AMBROISE TARDIEU d'après l'invention de A. WEINLING et CIE 1831 A STRASBOURG chez Marin et Schmidt', the celestial 'Brevet d'Invention. GLOBE CÉLESTE. Position des Etoiles fixes pour l'année 1840 dressé par SPIES d'après l'invention de WEINLING & CIE Lith. de Simon P. et F. A STRASBOURG chez Marin & Schmidt', with meridian ring, horizon ring, four horizon quadrant supports papered on one side. Both spheres raised on a baluster turned fruitwood column and circular plinth base - 20 in. (50,8 cm) high
4,500 - 5,500 — -----

41 - A late 19th-Century School Tellurium, the 3-inch (7,6 cm) diameter terrestrial globe 'ERD-GLOBUS BERLIN Ludw. Jul. Heymann' with geared mechanism to the North Pole (incomplete) and mounted on a geared mechanism partially contained in a hexagonal brass drum, supported on a brass arm with simple scroll support to the papered horizon plate (lacking candle holder and reflector) with fruitwood handle and cast iron column and plinth base with six feet - 22 in,. (55,8 cm) long
600 - 800 — 587

51 - A brass Doppelmayr-pattern armillary sphere, signed 'Jenig Fecit 1792', the small brass earthball within ungraduated polar rings and tropic and equatorial rings engraved with graduation 0-360°, with two full colures each graduated in degrees in four quadrants on one side, the wide ecliptic band fixed and graduated in days of the Zodiac, within a meridian ring with graduations, hour ring with pointer, raised on four baluster-turned mahogany columns united by oak cross-stretchers beneath a circular oak platform with meridian support and raised on four bun feet - 12in. (30,5 cm) high
4,000 - 6,000 — 4,700

54 - A Reproduction of 'Johann Schöner's Globe of 1523 Long Lost, 1888', published by Chiswick Press, also with a facsimile reproduction of Schöner's dedicatory letter to Reymer von Streytperck and translations of other relevant contemporaneous documents, 8°, cloth covered boards, marbled end papers, and engraved plate of Schöner as frontispiece, a slipcase in the inside back cover containing two large folded sheets, one a reproduction of the gores of the Schöner globe, the other with a projection of the Hunt Lenox globe of circa 1506, western hemispherical projections of Schöner's 1515 and 1520 globes, and another set of facsimile gores
500 - 700 — 587

62 - A 10-inch (25,4 cm) diameter terrestrial globe, signed 'A PARIS Chez le ssr Delamarche, Ingn.r Geog. Rue de Foin, après celle de la Harpe, au Collége de Mtre. Gervais. Avec Privilege du Roi 1786' and 'Dédié et présenté A MONSEIGNEUR BERTIN Ministre et Sécretaire d'Etat Corrigé et augmenté des découvertes du Capitaine Cook et de son Voyage depuis le 1er. Sept. 1776 jusqu'au 14 Fev. 1779 époque de sa mort à l'Isle Owhyhee' with papered meridian ring and wooden horizon in a French-style stand - 21¼ in. (54cm) high
5,000 - 8,000 — 9,987

63 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe by Johann Gabriel Doppelmayr, Nuremberg, 1728, signed 'GLOBUS COELESTIS NOVUS Stellarum fixarum Loca secundam celeberrimi Astronomi Datiscani IOHANNIS HEVELII Catalogum and anum Chr. 1730. cmpl. sistens, opera IOH. GABR. DOPPELMAIERI, M.P.P. exhibitus à Iohanne Georgio Puschnero Chalcographo Noribergensi A.C. 1728' in a modern oak and mahogany Dutch-style stand with unpapered horizon - 18 in. (45.7 cm) high
12,000 - 15,000 — -----

65 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe, signed 'A NEW CELESTIAL GLOBE on which is laid down all the Stars & Nebulæ contained in the Catalogue of the most celebrated Astronomers, the whole adapted to the Year 1820. By THOMAS HARRIS and SON Opticians and Globe makers, TO HIS MAJESTY AND [overlaid cartouche) Sold by Richd . Spear, College Green, DUBLIN'
4,000 - 5,000 — -----

66 - A 10-inch (25,4 cm) diameter terrestrial globe, signed 'JOSLIN'S TEN INCH TERRESTRIAL GLOBE: Manufactured by GILMAN JOSLIN, BOSTON', with unengraved brass meridian ring and horizon ring, raised on four brass quadrant supports to an ebonised baluster-turned column and circular plinth base - 19½ in. (49.5 cm) high
1,200 - 1,500 — 1,997

67 - A 12-inch (30,5 cm) diameter terrestrial globe, signed 'Joslin's TERRESTRIAL GLOBE containing all THE LATEST DISCOVERIES AND Geographical Improvements also the Tracks of the most celebrated Circumnavigators. Compiled from Smith's new English Globe, with additions and improvements by Annin & Smith. Revised by G.W. Boynton. Manufactured by Gilmore Joslin, Boston', with stamped brass meridian, mahogany horizon with engraved paper ring, raised on four baluster-turned legs united by cross-stretchers - 18¼ in. (46.3 cm) high
5,000 - 6,000 — 5,875

68 - A 6-inch (15,2 cm) diameter celestial globe, signed 'JOSLIN'S Six Inch Celestial Globe. From the best Authorities. GILMAN JOSLIN. Boston, 1840.' With an unengraved brass meridian half-ring, raised on a baluster-turned mahogany column and circular plinth base - 10¼ in. (26 cm) high
2,000 - 2,500 — 2,115

69 - A 13-inch (33 cm) diameter terrestrial globe, signed 'GLOBE TERRESTRE dessiné par H. KIEPERT. BERLIN D. REIMER Libraire - éditeur 1865. Gravé p. J. SULZER. Imprimé p. F. Barth', with a stamped brass meridian half-ring, raised on a gilt-painted cast-metal stand, atop a circular plinth base - 23½ in. (59.6 cm) high
1,600 - 1,800 — 1,762

70 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe, signed 'KIRKWOOD'S NEW CELESTIAL GLOBE', with stamped brass meridian ring, the mahogany horizon with reproduction paper ring, raised on four baluster-turned legs united by cross-stretchers - 17¾ in. (45.1 cm) high
3,000 - 4,000 — 2,937

71 - A 6-inch (15,2 cm) diameter terrestrial globe, ca. 1834, signed 'KIRKWOOD'S NEW TERRESTRIAL GLOBE with the very latest DISCOVERIES. Published by Kirkwood & Son, 11 So: St. Andrew St. Edmr.' and J.A.S W. LYON & Co., Edinburgh Bazaar 25 Princes Street, Venders by Special Appointment.' With stamped brass meridian ring, in a reproduction stand, with ebonised horizon, baluster-turned legs united by cross-stretchers - 9¾ in. (24.8 cm) high
2,000 - 3,000 — -----

72 - A pair of 12-inch (30.5 cm) diameter globes with Dutch text, 'DE AARDE volgens de nieuwste ontdekkingen Uitgave van C. Abel - Klinger te NEURENBERG.', the celestial with no maker's cartouche. Both spheres with stamped brass meridian ring, octagonal horizon ring, raised on three curved quadrant supports to a baluster-turned piller and concave quatrefoil base on four bun feet - 25½ in. (64.7 cm) high
12,000 - 15,000 — -----

73 - A 6-inch (15,2 cm) diameter terrestrial globe, signed 'DIE ERDE nach den neuesten Endeckungen NÜRNBERG Verlag von J. G. Klinger's Kunsthandlung. Gez. u. gest. v. J. A. Bühler.' With iron axis pins, in a green leatherette-covered drum-shaped card box, the lid applied with a hand-coloured engraved picture of a family gathered around a table with various instruments, entitled 'DIE ERDE The Earth La Terre'. 6¼ inch (15,9 cm) high [= No. 54 from auction of 6.6.2001]
3,500 - 4,500 — 3,525

74 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe, signed 'LORING'S CELESTIAL GLOBE Containing all the known Stars Nebulae &c. Compiled from the Works of WOLLASTON, FLAMSTEED, DE LA CAILLE, HEVELIUS, MAYER, BRADLEY, HERSCHEL, MASKELYNE The Transactions of the ASTRONOMICAL SOCIETY of LONDON &c. &c. From Smith's New English Globe Boston, Josiah Loring, 136, Washington St. 1833 Annin & Smith sc.' With stamped brass meridian ring, mahogany horizon, raised on four baluster-turned mahogany legs united by cross-stretchers - 18½ in. (47 cm) high
4,000 - 6,000 — -----

75 - A 13-inch (33 cm) diameter terrestrial globe, signed 'MALBY'S TERRESTRIAL GLOBE Compiled from the latest AND MOST AUTHENTIC SOURCES, INCLUDING ALL THE RECENT Geographical Discoveries Manufactured and Published under the superintendence of the SOCIETY FOR THE DIFFUSION OF USEFUL KNOWLEDGE BY MALBY & SONS GLOBE & MAPSELLERS TO THE ADMIRALTY. Published at the Globe Manufactory 37 Parker Street, Little Queen Street, Holborn, LONDON, 1863.', with stamped brass meridian ring, mahogany horizon supported on three baluster-turned and fluted legs, united by turned cross-stretchers - 19in. (48.2 cm) high
800 - 1,200 — 881

76 - A 5-inch (12,7 cm) diameter celestial globe, signed 'MALBY'S CELESTIAL GLOBE Published March 1st. 1845.', with an unengraved brass meridian half-ring raised on a baluster-turned mahogany column and circular plinth base - 9¼ in. (23.5 cm) high
1,200 - 1,500 — 1,880

78 - A 14-inch (45,7 cm) diameter celestial globe, signed 'A NEW CELESTIAL GLOBE whereon the Stars are laid down from the accurate observations of the best Astronomers by J. & W. Newton 1818', with stamped brass meridian ring, mahogany horizon (the engraved paper ring signed 'Published 1 March 1829 by W [...] S & BERRY, 66 Chancery Lane LONDON'), raised on three baluster-turned legs united by cross-stretchers - 23½ in. (59,7 cm) high
3,500 - 4,500 — -----

79 - A pair of 12-inch (30,5 cm) diameter globes, the terrestrial NEWTON'S New and Improved TERRESTRIAL GLOBE, on which the MOST RECENT DISCOVERIES, are laid down from the Accurate Observations of Cap.n Cook, Phipps, Vancouver, Perousé & other modern Navigators. I. & W. NEWTON, N°. 66 Chancery Lane, LONDON. 1816.', the celestial 'NEWTON'S NEW and IMPROVED Celestial Globe, whereon the Stars are laid down from the most accurate observations of the best Modern Astronomers, to the beginning of the Year 1810.'. Both spheres with brass meridian ring, mahogany horizon with engraved paper ring, signed 'Published 1st July 1810 by I & W. Newton, Chancery Lane, LONDON.', raised on four baluster-turned legs united by cross-stretchers - 19½ in. (49.5 cm) high
15,000 - 20,000 — -----

80 - A 12-inch (30,5 cm) diameter terrestrial globe, signed 'THE FRANKLIN TERRESTRIAL GLOBE 12 INCHES IN DIAMETER CONTAINING ALL THE Geographical Divisions & POLITICAL BOUNDARIES to the present date Carefully Compiled from the best Authorities NIMS & KNIGHT. TROY N.Y. - Rae Smith Engraver N.Y.', without meridian ring, raised on a lacquered-brass column and circular plinth base
1,200 - 1,500 — -----

81 - A pair of 12-inch (30,5 cm) diameter globes, the terrestrial signed 'THE NEW TWELVE INCH BRTITISH Terrestrial Globe REPRESENTING THE ACCURATE POSITIONS OF THE PRINCIPAL KNOWN PLACES OF THE EARTH. FROM THE DISCOVERIES OF CAPTAIN COOK AND SUBSEQUENT CIRCUMNAVIGATORS TO THE PRESENT PERIOD Manufactured by S. S. Edkins Son in Law & Successor to the late T. M. Bardin Salisbury Square, London', the celestial 'THE NEW TWELVE INCH British Celestial Globe Containing the exact positions of more than 3800 FIXD STARS, Nebulæ, Planetary Nebulæ &c. according to the Latest Discoveries and Observations of Astronomers and corrected to the present period', a second cartouche reading 'MADE by S. S. Edkins son in Law to the late T. M. BARDIN Salisbury Sq.e London', both spheres with stamped brass meridian ring, the mahogany horizon with hand-coloured paper ring raised on four baluster-turned ebonised legs united by cross-stretchers - 18¼ in. (46,3 cm) high
12,000 - 15,000 — -----

83 - A 13-inch (33 cm) terrestrial globe, signed 'Räths Politischer Erdglobus bearbeitet von Prof. Dr. A. Krause Verlag Paul Räth G.m.b.H. Lehrmittel-Werkstätten, Leipzig Druck: Carl Starke, Leipzig 027' with stamped brass meridian half-ring, raised on the back of a stooped two-tone bronze figure of Hercules standing on a stylised rocky plinth base - 34 in. (86,5 cm) high
1,500 - 1,800 — -----

A 13-inch (33 cm) diameter terrestrial globe, signed 'Smith's TERRESTRIAL GLOBE containing the whole of THE LATEST DISCOVERIES IN AUSTRALIA AFRICA AND THE ARCTIC REGIONS also the direction of the Ocean Currents LONDON SMITH & SON, 63 CHARING CROSS.', with a stamped brass meridian ring, mahogany horizon with engraved paper ring, raised on four baluster-turned legs united by cross-stretchers - 18½ in. (47 cm) high
2,500 - 3,000 — 2,820

85 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe, signed 'SMITH'S CELESTIAL GLOBE GEORGE PHILIP & SON LTD The London Geographical Institute 32 Fleet Street, London, E.C.' with stamped brass meridian ring, mahogany horizon with engraved paper ring, raised on four baluster-turned mahogany legs united by cross-stretchers - 19in. (48.3 cm) high
3,500 - 4,500 — -----

86 - A 12-inch (30,5 cm) diameter relief globe, signed 'MÉDAILLE 2é CLASSE, EXPOSITION DE PARIS, 1855, Méd.le de 1re Classe, Expon de Dijon 1858. -Méd.le d'Or Acadmie de Dijon BREVET D'INVENTION S.C.D.C. GLOBE EN RELIEF PAR THURY & BELNET GÉOGRAPHES, AUTEURS, ÉDITEURS, DIJON. Lith. Richard Dijon', without meridian ring, raised on a tapering cast-bronze support, to an ebonised and turned column and stepped circular plinth base - 21 in. (53.3 cm) high
2,000 - 3,000 — 2,702

87 - A 12-inch (30,5 cm) diameter celestial globe by GERARD VALK, signed 'Uranographia Coelum omne hic Complectens, Illa pro ut aucta et ad annum 1700 Completum MAGNO ab HEVELIO correcta est: ita, eijus ex Prototypis, sua noviter haec Ectypa veris Astronomiae culturibus exhibet et consecrat GERARD VALK Amsteloedamensis. Cum Privilegio.', with stamped brass meridian ring, oak horizon with hand-coloured paper ring, on an oak and mahogany Duth-style stand, a label on the underside for the former Robert Haardt collection - 20in. (50,7 cm) high
20,000 - 30,000 — -----

88 - A pair of mid 19th-Century 9-inch (22,8 cm) diameter globes, the terrestrial signed 'A TERRESTRIAL GLOBE Compiled from the latest & MOST AUTHENTIC SOURCES Including all the recent Geographical Discoveries PUBD BY J.WYLD. CHARING CROSS EAST LONDON (cartouche overlaid), the celestial 'A CELESTIAL GLOBE, Collated from the works of Piazzi, Bradley, Hevelius, Mayer, la Caille & Johnson Reduced in the Year Pub by J. WYLD CHARING CROSS EAST, LONDON (cartouche overlaid). Below: 'J. Addison Sc. 151 Strand', both spheres with an unengraved meridian ring raised on a baluster-turned mahogany column and plinth base - 14½ in. (26,8 cm) high
7,000 - 9,000 — -----

89 - A 18-inch (45,8 cm) diameter celestial library globe, signed 'To the Rev. NEVIL MASKELYNE D.D.F.R.S. Astronomer Royal This New British Celestial Globe Containing the Positions of nearly 6000 Stars, Clusters, Nebulae, Planetary Nebulae &c. Correctly laid down to the present period from the latest observation and discoveries by Dr. Maskelyne, Dr. Herschel, The Revd. Wollaston &c &c. Respectfully Dedicated by his most obedient H. ble Servents W & T. M. Bardin' and 'Manufactured & Sold Whole sale & Retail by W. & T. M. Bardin, 16 Salisbury Square Fleet Street London', with brass meridian ring, mahogany horizon with engraved paper ring, raised on four curved quadrant supports to a baluster-turned column with three fluted inswept feet on brass castors, held between them a glazed compass case with blue-steel needle and reproduced compass card - 46 in. (116.8 cm) high
12,000 - 15,000 — 14,100

92 - A 25-inch (63,5 cm) diameter terrestrial library globe, with text in Armenian, in Cyrillic script (the globe is a copy of Joseph JÜTTNER's terrestrial globe of 63 cm diameter, first edition 1839, second edition 1846), with a stamped brass meridian ring, ebonised wood horizon with chromolithographed paper ring, raised on six curved quadrants to the turned meridian support, with three inswept legs - 47 in. (119,4 cm) high
20,000 - 25,000 — -----

93 - A 19-inch (48,2 cm) diameter terrestrial library globe, signed 'SVENSKA BOKHANDELS CENTRALENS Globo För Handel och Skola bearbetad av Prof. Dr. Ernst Friedrich Stockholm Import' with a stamped brass meridian half-ring, raised on an Art Deco-style tripod stand on a triangular plinth base - 41 in. (104,2 cm) high
2,000 - 3,000 — -----


 

 

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