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X. Symposium 23-25 September 2002 Nürnberg

Vorträge und Zusammenfassungen

Tagungsort: Museum für Kommunikation Nürnberg Lessingstraße 6, D-90443 Nürnberg


 

Montag / Monday, 23. September 2002

1./2. Sitzung / 1st/2nd session Leitung / chair: Peter van der Krogt

 9:30-10:00   Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und der Astronom und Mathematiker Johannes Schöner. Das Globenpaar von 1533/1534 in Weimar
Sven Hauschke (Deutsche Kurzfassung.)
10:00-10:30 Der Himmelsglobus des Jacob Rabus (1522-1581)
Günther Oestmann.
10:30-12:00 A special geography for the King. Animals and human beings in the terrestrial globe made by Vincenzo Coronelli for Louis XIV (1681-83)
Marica Milanesi (Summary).
11:30-12:00 The tribulations of the "globes of Marly" from the XVIIIth to the XXth century
Catherine Hofmann (presentation by Christine Kayser) (Summary).
12:00-12:30 Towards a return of the globes of Coronelli in their Marly setting
Christine Kayser (Summary).
12:30-13:00 A terrestrial globe kept in the museum of Ise shinto shrine, Japan
Yojiro Utsunomiya (Summary).

3./4. Sitzung / 3rd/4th session Leitung / chair: Wolfgang Scharfe

14:30-15:00 Die "Geographische Universal- Zeig- und Schlaguhr" von Johann Baptist Homann und die kleinen Globen von Sichelbarth und Doppelmayr als wichtige Bestandteile astronomischer Uhren des 18. Jahrhunderts
Wolfram Dolz (Zusammenfassung).
15:00-15:30 Die Globen des Verlages Homann unter besonderer Berücksichtigung ihrer zeitgenössischen Rezeption
Markus Heinz und Jan Mokre (Zusammenfassung)
15:30-16:00 The globe gores by Giovanni Maria Cassini - A study on text and images
Vladimiro Valerio.
16:30-17:00 Einige wenig bekannte deutsche Globenhersteller des 19. Jahrhunderts und ihre Schwierigkeiten, sich gegenüber etablierten Globen-Firmen zu behaupten
Werner Kummer (Zusammenfassung).
17:00-17:30 Die Manuskriptgloben des Fritz Kerner von Marilaun
Franz Wawrik (Zusammenfassung).

Dienstag / Tuesday 24 September 2002
5. Sitzung / 5th session Leitung / chair: Franz Wawrik

11:00-11:30 The Kogutowicz globes: some problems of national globe making in Hungary
Zsolt Török (Summary).
11:30-12:00 Österreichische Schulgloben Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert
Johannes Dörflinger.
12:00-12:30 Die großen Globen des Columbus-Verlages
Wolfram Pobanz.

Mittwoch / Wednesday 25 September 2002
6./7. Sitzung / 6th/7th session Leitung / chair: Peter Barber

9:00-9:30 Konservierung und Restaurierung des Erdglobus der Gebrüder Sanuto aus dem Bestand der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin durch die Firma Restaurierungswerkstatt von Iris Antique Globes B.V., Almen, Niederlande
Paul Peters (Zusammenfassung) - (Summary).
9:30-10:00 Secrets of the Inner Globe
Silvia Sumira (Summary).
10:00-10:15 Bericht über die Verbringung des Stöffler-Globus nach Stuttgart
Johannes Willers.
10:15-10:30 Bericht über die Restaurierung des Mariazeller Globentabernakels
Jan Mokre.
11:00-11:30 Ein neues Tellurium mit gerichtetem Licht
Jürgen Newig (Zusammenfassung).
11:30-12:00 Globes in Florence
Elly Dekker.
12:00-12:30 50 Jahre Globenforschung
Ingrid Kretschmer.

Nicht gehalten / Not presented

12:00-12:30 The Invisible Globe
James Bissel-Thomas (Summary)

 

 

 

X. Symposium 23-25 September 2002 Nürnberg

Vorträge und Zusammenfassungen

 

Die "Geographische Universal- Zeig und Schlaguhr" von Johann Baptist Homann und die kleinen Globen von Sichelbarth und Doppelmayr als wichtige Bestandteile Astronomischer Uhren des 18. Jahrhunderts.

Wolfram Dolz

Die Gründung des Kartenverlages von Johann Baptist Homann (1664-1724) vor 300 Jahren in Nürnberg ist ein willkommener Anlass, sich mit den Globen von Homann und Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750) zu beschäftigen. Im Mittelpunkt des Vortrages sollen jedoch nicht die bekannten Einzelgloben stehen, sondern Globen, die wichtige Bestandteile von Globusuhren bzw. Weltmaschinen des 18. Jahrhunderts sind, als solche aber oft von Kartenhistorikern und Globenkennern übersehen werden.

Mit seiner "Geographischen Universal- Zeig und Schlaguhr" von 1705 lieferte Homann die Vorlage für eine Reihe ähnlicher Globusuhren. Insbesondere der Jesuitenpater Johannes Klein (1684-1762) aus Prag griff die Ideen auf und entwickelte sie weiter. Seine Uhren und die Weltmodelle des württembergischen evangelischen Pfarrers Philipp Mathäus Hahn (1739-1790) sowie seiner Schüler werden im Vortrag vorgestellt.

Hervorragende Zeugnisse von Globen im Zusammenhang mit mechanischen Weltmodellen gibt es bereits in der Renaissance, erinnert sei an die Planetenlaufuhren in Kassel und Dresden aus den Jahren 1561 und 1568 von Eberhard Baldewein, Hans Bucher und Hermann Diepel sowie an die astronomische Kunstuhr von Philipp Imsser 1555, die sich in Wien befindet. Zu einer erneuten Aufbruchstimmung der Naturwissenschaften kam es während der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert, in der zahlreiche Kosmosmodelle entstanden. Innerhalb der klösterlichen Orden konnten sich Theologen mit mathematischer und feinmechanischer Begabung entfalten. So fertigte o. g. Pater Klein in den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts in Prag prunkvoll gestaltete astronomisch- geographische Stutzuhren. Die hierfür verwendeten Nordhalbkugeln ließ Pater Klein von seinem Ordensbruder Ignatius Sichelbarth (1708-1780) in Emaillemalerei anfertigen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verwendete er die 20-cm-Globen von Doppelmayr.

Eine weitaus größere Anzahl von Weltmodellen entstand in der Werkstatt des evangelischen Pfarrers Philipp Mathäus Hahn und seiner Schüler. Diese verwendeten in hoher Stückzahl die 10-cm-Globen von Doppelmayr. Bisherige Recherchen ergaben die eindeutige Zuschreibung von 12 Globen. Vermutlich sind insgesamt noch 23 Doppelmayr-Globen auf den erhaltenen Globusuhren vorhanden.

 

Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und der Astronom und Mathematiker Johannes Schöner. Das Globenpaar von 1533/1534 in Weimar

Sven Hauschke

Bei dem Vortrag geht es weniger um die geographischen und astronomischen Inhalte des Globenpaares, die ja auch zuletzt von Frau Elly Dekker auf dem IX. Coronelli-Symposium behandelt wurden, sondern bewusst um sozioökonomische Fragen.

Ausgangspunkt ist ein Fund in den Rechnungsbüchern des Ernestinischen Gesamtarchivs in Weimar, in dem der Erwerb eines Globenpaares bei Johannes Schöner dokumentiert ist. Damit kann nun endlich das Weimarer Globenpaar auch archivalisch Johannes Schöner zugewiesen werden. Im Vortrag wird es einerseits um die soziale Stellung Schöners gehen und andererseits um die Person des Kurfürsten und dessen astronomischen Interessen. Hierbei werde ich auch auf seine Bibliothek eingehen, in der zahlreiche Werke zur Astronomie greifbar waren. Auch hier habe ich ein bisher unpubliziertes Verzeichnis seiner Bibliothek im Archiv in Weimar nachweisen können, woraus sich interessante Aspekte über die Zusammensetzung einer fürstlichen Bibliothek zu Beginn der Frühen Neuzeit ergeben.

Sämtliche relevanten Objekte des Vortrages, das Weimarer Globenpaar von Schöner, sein auf Holz gemaltes Porträt aus Hannover und ein Exemplar der "Globi stelliferi..." von Schöner, werden in der Jubiläumsausstellung des Germanischen Nationalmuseums "Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg 1400 - 1800", die vom 20.6. 2002 - 6.10.2002 läuft, zu sehen sein, so daß sich die schöne Gelegenheit bietet, die diskutierten Objekte während des Symposiums auch im Original zu studieren. Für diese Ausstellung habe ich die Sektion, in der Nürnberger Globen und wissenschaftliche Instrumente sowie ihre Auftraggeber vorgestellt werden, zusammengestellt und bearbeitet.

 

Die Globen des Verlages Homann unter besonderer Berücksichtigung ihrer zeitgenössischen Rezeption

Markus Heinz und Jan Mokre

(Der Vortrag wurde von Markus Heinz gehalten.)

Eine nähere Betrachtung der im engem Zusammenhang mit der Firma Homann / Homännische Erben stehenden Globenprodukte und Globenprojekte führt zu zwei, sich auf den ersten Blick widersprechenden Erkenntnissen:

Einerseits wurden in der mehr als 100 Jahre währenden Geschichte des Verlages nur erstaunlich wenige Globeninstrumente in Serie hergestellt und zum Verkauf angeboten.

  1. ein Erdglobus im Durchmesser von 2 ½ Zoll,

  2. ein Himmelsglobus im Durchmesser von 2 ½ Zoll,

  3. eine als "Sackglobus" bezeichnete Kombination aus einem Taschenglobus im Durchmesser von 2 ½ Zoll, dessen Erdkugel sich öffnen läßt und in deren Inneren sich eine kleine, herausnehmbare Armillarsphäre befindet,

  4. ein Erdglobus im Durchmesser von 5 Pariser Zoll und

  5. ein Himmelsglobus im Durchmesser von 5 Pariser Zoll.

Andererseits wurde die Firma Homann, trotz ihres geringen Angebotes, in zeitgenössischen Lexika und Realenzyklopädien als namhafter Globenhersteller aufgeführt und ihren Globenerzeugnissen ein fester Platz in der Berichterstattung eingeräumt. Eine Analyse zeitgenössischer Berichte über die im Verlag Homann /Homännische Erben bzw. in seinem engen Umfeld angefertigten Globen bzw. der geplanten und begonnenen Globenprojekte führt zu dem Schluß, daß die Firma weit über ihre eigentliche Bedeutung auf dem Globensektor hinaus rezipiert wurde.

Der Beitrag wird neben einer Darstellung der Homännischen Produktpalette auf dem Globensektor und der vom Verlag initiierten anspruchsvollen, im Endeffekt aber ergebnislosen Projekte zur Globenherstellung, der Frage nachgehen, worin die Gründe für die erstaunlich positive Rezeption in der zeitgenössischen Literatur zu sehen sind und gegen welche Konkurrenzprodukte sich die Globen der Homännischen Offizin zu behaupten hatten.

 

The tribulations of the "globes of Marly" from the XVIIIth to the XXth century

Catherine Hofmann

The great globes made by V. Coronelli for Louis XIV by commission of the cardinal d'Estrées have a very tumultuous history for three centuries : exhibited for only ten years in the château de Marly near Versailles (1704-1715), they stayed in some boxes for the most part of the XVIIIth century before people were able to visit them in the "Salon des globes" in the Bibliothèque Royale (1780-1880 ca). In the XXth century they have been again relegated in some boxes except for the time of the exhibition "Cartes et figures de la Terre" in Centre Georges Pompidou (1979-1980). There is now a project of permanent exhibition of the globes in the Musée de Marly-Louveciennes, which will be extended in order to evoke all the aspects of the royal life in Marly for the XVIIIth century (decoration, social games, gardens, scientific aspects, etc.) ; the globes, for which a special building is planned, will be the big attraction of this new museum. In this paper we will explore the reasons of this tribulations, which are paradoxical with the great interest that people always took to them, especially in the XVIIIth century.

 

Towards a return of the globes of Vincenzo Coronelli in their Marly setting

Christine Kayser

The globes made by Vincenzo Coronelli for Louis XIV in 1683 were placed in the last two pavillions of the castle of Marly between 1703 and 1715. The reasons for this location may very well have been practical (the globes were out of proportion to any room in Versaille). The amount of interest from the king is also questionable: he invited his guests to visit the globes while in Marly, but had them transferred to the royal library to make room for more people in this favorite country residence some ten years later. That may be due to the fact that the spheres incorporated a knowledge of the world that was already somewhat out of date in 1703. Also to the limited interest Louis XIV actually shown for colonial investigations, after the death of Colbert, focusing rather on maintaining his power in France.

Nevertheless, Marly was a perfect setting for these spheres that echoed its zodiacal architecture, its solar symbolism, and its painted decoration, embodying the power of the king over Europe. Through the Machine of Marly, the castle was also a place of technical innovation into which the academicians, such as Picard, had their say. Therefore the conception of an extended museum devoted to the site of Marly has taken shape as enhancing its innovative characteristics, in architecture, sculpture, hydrology and cosmology.

It will link art and science in a constant dialogue:

Power at the service of art (providing financial support for the Academy and the Observatory) The museum will provide a unique understanding of the history of geography and astronomy between 1650 and 1750. Its pedagogical emphasis on manipulation, critical apprehension of objects and concepts by a large, non specialist, public, mostly families, will also be a key point to its success. We will welcome intellectual contributions to developing all aspects of the exhibition, that is still in process.

 

Einige wenig bekannte deutsche Globenhersteller des 19. Jahrhunderts und ihre Schwierigkeiten, sich gegenüber etablierten Globenfirmen zu behaupten

Werner Kummer

Im deutschen Sprachraum gab es im 19.Jahrhundert viele Kleinunternehmen, die versuchten, Erd- und Himmelsgloben, Kosmogloben und Armillarsphären zu verkaufen. Es waren dies Verleger, die die Herstellung und Montage teils selbst durchführten, teils auch in Auftrag gaben, jedoch auch Einzelpersonen, die oft nur wenige Globen konstruierten und von Hand bemalten und beschrifteten.

Gemeinsam war allen, daß sie gegen die etablierten großen Globenfirmen ankämpfen mußten und versuchten, von ihren Landesherren Privilegien und/oder Patente zu erhalten. Auch Empfehlungen für die Verwendung im Schulunterricht waren wichtig. Solche Kleinfirmen existierten oft nur wenige Monate oder Jahre. Die Globen sind entsprechend selten. Sie haben meist Besonderheiten in der Konstruktion und/oder der Darstellung und Bezeichnung von Sternbildern und Erklärungen zu geographischen Fragen, die sie von den Standardgloben abhoben. Das Verkaufsangebot reichte oft über die Erd- und Himmelsgloben hinaus bis zu Induktionsgloben, Sphären, Sextanten und Sonnenuhren.

Besprochen werden die Lebensläufe und Verkaufsobjekte von

 

A special geography for the King. Animals and human beings in the terrestrial globe made by Vincenzo Coronelli for Louis XIV (1681-83)

Marica Milanesi

The Marly terrestrial globe made by Vincenzo Coronelli for Louis XIV is a multilayred text, and one can study it from many points of view: I have examined here its "special geography" ["Geographia specialis … quae singularium regionum Telluris constitutionem docet" (Varenius)], i.e. what we would call now its geographical contents from a regional or local point of view. In particular, I have chosen as object of this study its representation of animals and human beings living on the earth and in the sea. The globe is full of information, written or painted, about them; but the globe is too large to be fully readable, and almost thirty years later the keeper of the globe had to make a transcription and an explanation of all these texts and pictures, which had to be shown to entertain the king and his guests.

So we have two layers of special geography relating to the globe: one by Vincenzo Coronelli, the author of the globe; the other by Le Large, the keeper and guide, who gives his interpretation - or misinterpretation, sometimes - of Coronelli's ideas. From their two-voices discourse it is possible to extract many information about what in the globe could be truly interesting for its intended public. It is high time that we stop considering the Marly globe as a sort of enormous freak, and begin to read it as one of the most valuable surviving source of information about late XVIIth century Court culture, particularly in the fields of special geography and early anthropology.

 

Ein neues Tellurium mit gerichtetem Licht

Jürgen Newig

1. Einführung
Obwohl Tellurien seit Jahrhunderten gebaut werden, führen sie doch - im Gegensatz etwa zu den Globen - ein relativ kümmerliches Dasein. Meyers Enzyklopädisches Lexikon erwähnt sie nicht einmal als Stichwort. In der Unterrichtspraxis gab es nur wenige Einsatzfelder für das Tellurium, da Wendekreise, Polarkreise und zahlreiche Beleuchtungsverhältnisse nicht darstellbar waren. Mithilfe der im Unterricht gewonnenen Erfahrungen wurde nun vom Vortragenden ein neues Tellurium N entwickelt, das das Deutsche Bundespatent Nr. 4305635 erhielt. Es wurde in Zusammenarbeit mit Cornelsen Experimenta, Berlin, zur Serienreife entwickelt.

2. Neuartige Bestandteile des Telluriums N:
1. Ein Kernstück des neuen Telluriums N ist die Beleuchtungseinrichtung, bestehend aus einer Niedervolt-Halogenlampe und einer Fresnel-Linse mit extrem kurzer Brennweite. So wird ein großer Teil des Lichtbüschels der Lampe eingefangen und zur Beleuchtung des Globus nutzbar gemacht.

2. Durch die Verschiebbarkeit der Linse wurde auch eine Brennpunkstellung möglich, die es erstmals erlaubt, das Wenden der Sonne an den Wendekreisen anschaulich darzustellen.

3. In Unterrichtsversuchen erwies es sich, daß die Schüler bei konventionellen Tellurien Schwierigkeiten hatten, den Sonnenstand vom Globus her wahrzunehmen. Daher wurde eine Horizontscheibe mit einer Schattenfigur entwickelt, in die sich die Schüler gleichsam hineinversetzen können. Da etwa die Hälfte aller Sechstklässler die Beziehung zwischen Sonnenstand und Schattenlänge noch nicht realisieren kann, wurde eine entsprechende Unterrichtsstunde konzipiert, die vor Beginn der Behandlung am Tellurium vorgeschaltet wird.

4. Ein "Schiffchen" zeigt in Verbindung mit einer ausziehbaren Erdachsenverlängerung auf einfache Weise an, ob man sich im Solstitium (Sonnenwende) oder im Äquinoktium (Tag- und Nachgleiche) oder einer beliebigen Zwischenstellung befindet. Es weist mit seinem spitzen Bug auf eine Datums- bzw. Monatsscheibe, aus der die genaue Position erkennbar wird.

3. Unterrichtselemente
Das Tellurium N ist jahrelang unterrichtspraktisch erprobt und entsprechend weiterentwickelt worden. Es ist konsequent handlungsorientiert ausgelegt. Alle Bewegungen müssen von Hand ausgeführt werden, und zwar in der Regel nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum" durch die Schüler selbst. Der ursprünglich realisierte Elektroantrieb wurde aufgegeben, da er die Schüler zu sehr in die Passivität drängte. Die aus diesen Erfahrungen erwachsenen Unterrichtselemente beziehen sich auf folgende Unterrichtseinheiten: Die Erde als Kreisel im Raum, Tag und Nacht, Mittagslinie und Stundeneinteilung, Polartag und Polarnacht, die Wendekreise, die Jahreszeiten, Tag- und Nachtlängen in verschiedenen Breiten, die Tageszeiten, die Mondphasen, die Finsternisse und die Gezeiten.

 

Bericht über die Konservierung und Restaurierung des Erdglobus der Brüder Sanuto aus dem Bestand der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden, durch die Firma Restaurierungswerkstatt von Iris Antique Globes B.V., Almen, Niederlande

Paul Peters

Der Sanuto-Globus der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin ist ein Unikat weil es sich b ei diesem um das einzige, bekannte Objekt handelt, bei dem die Sanuto-Globensegmente einer Sphäre montiert sind (auch Plano-Exemplare sind nur wenige bekannt).

Die Kartenabteilung hat sich aus mehreren Gründen für die Durchführung von konservatorischen und Restaurierungsmaßnahmen entschieden, und zwar

In engster Zusammenarbeit mit der Leitung der Kartenabteilung und unter Beratung von Herrn Prof. Rudolf Schmidt (Wien), der Coronelli-Gesellschaft (Frau Wohlschläger) und Herrn Dr. Van der Krogt (Utrecht), war unsere Werkstatt in der Lage, Maßnahmen zu entwickeln damit der Globus nach Möglichkeit wieder seinen originellen 'Glanz' zurück bekam. Einige der zahlreichen Aspekte dieser Arbeiten werden wir in unserem Bericht erörtern.

 

Report on the conservation and restoration of the terrestrial globe by the brothers Sanuto in the collection of Map Department of the Staatsbibliothek zu Berlin (Unter den Linden) by the restoration studio of Iris Antique Globes B.V. of Almen, The Netherlands

Paul Peters

The Sanuto globe of the Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin is unique in that it is the only known object on which the Sanuto gores (of which very few plano copies are present in map collections) have been mounted onto a 'custom made' sphere.

The Map Department came to its decision that conservatory and restoration measures were required for a number of reasons:

In close co-operation with the staff of the Map Department, and advisors such as Prof. Rudolf Schmidt from Vienna, the Coronelli Society (Ms Wohlschläger) and Dr. Peter van der Krogt of Utrecht University, our studio was able to develop the plan that aimed at bringing back the globe to (most of) its original glory. Our report discusses some of the many aspects of this work.

 

Secrets of the Inner Globe

Silvia Sumira

(158 Old South Lambeth Road, London SW8 1XX, UK, Tel./Fax: 0044 20 7587 1593)

Anyone looking at a globe will naturally focus their attention on the visible surface and the information it displays. Occasionally they may wonder how the globe was made - but globes themselves give very few clues as to the method or the materials of manufacture.

As the internal structure of a globe is hidden from view, what goes on beneath the surface layers is a mystery. Even where damage has occurred, it may not be possible to see inside. During my work as a conservator specializing in globes, I have probably seen more damaged globes than most other people and this has given me a unique opportunity to observe the secret interior of many of these objects.

In this paper I will show how a selection of globes from the 16th to the 19th century have been made and I will also reveal some inner secrets.

 

The Kogutowicz globes: some problems of national globe making in Hungary

Zsolt Török

The first Hungarian printed globes were produced abroad in 1840-41. In the early 19th century cartographic representation forms were printed with German lettering.

Emanuel Kogutowicz (1851-1908), the founder of Hungarian commercial cartography compiled his first county maps in 1884. He continued this activity in the Posner Institute in Budapest with the help of the Ministry of Education and in 1890 the first national cartographic firm was founded in Hungary. However, Kogutowicz's institute was a joint, Austrian -Hungarian venture. The Hölzel and Co. Hungarian Geographical Institute was transformed after 1895 into the independent Hungarian Geographical Institute. It is remarkable, that Kogutowicz kept a less known business contact with the Hölzel firm. He adapted the school maps of the Vienna firm, many of their atlas sheets were identical, only lettering was different.

In 1896 Kogutowicz started globe production in Hungary and the publication of his first product, the 21,5 cm diameter geographical school globe coincided with the publication date of a similar globe of the Hölzel firm. A comparison of these little known late 19th century globes reveals further common features.

The paper investigates the problem of autorship and publisher and compares the content of the globe gores to offer an explanation. Kogutowicz globes were successful and popular products, his firm produced globes in five different sizes and in subsequent edition. The price list of the Kogutowicz firm offers an insight into the business philosophy behind commercial globe making of the early 20th century. In the second half of the century nationalism become substantial in social thinking and this ideology was reflected by the publication of maps in Hungarian language.

 

A terrestrial globe kept in the museum of Ise shinto shrine, Japan

Yojiro Utsunomiya

Department of Humanities, Faculty of Humanities and Social Sciences, Mie University

A terrestrial globe kept in the museum of Ise shinto shrine is famous because of its antiquity, dating back to the early Edo era of Japan (1603 to 1867). No globe made before this period is known to exist, in spite of several documents to the contrary. The accepted opinion is that the globe kept at Ise was made by the astronomer and calendarian Shibukawa Shunkai (1639-1715), who devoted it to the shrine in 1691. Today, it is designated as an important cultural property in Japan.

The globe consists of a sphere 253 mm in diameter with a supporting stand. The globe surface bears many scratches and a shallow dent, which may have occurred when the collection was moved to safety to avoid US aerial attack in the early 1940s. The indent on its surface indicates that the sphere is hollow. A world map is directly handwritten on the surface of the sphere. The land areas are colored brown and red, and water areas dark blue. There is no undercoating on the white-colored surface, and many traces of paint brush strokes are especially evident in the water areas. The map on the globe was based on a copy of a world map woodcut printed by the missionary Matteo Ricci in China in 1602-3. Although lines such as the equator, antarctic circle, tropic of capricorn, tropic of cancer and arctic circle are depicted on the surface, other lines such as longitude and latitude are abbreviated. Several notes are made on the map giving information about the model.

The present author tried to make gores after processing a mosaic photomap on the spherical surface of a sphere 30 cm in diameter using many photographs of the globe taken from every possible angle. This process revealed a number of characteristics. For example, lines such as the equator, and the shorelines of continents and islands are drawn freehand thinly and thickly and apparently arbitrarily in places. Also, the tropic of capricorn is disconnected near the African west coast. Therefore, the globe is not a faithful and accurate copy of Ricci's original world map, and the generally rough finish of the painting and graphics would suggest that Shibukawa may have made it with relative indifference to actual world geography.

 

Die Manuskriptgloben des Fritz Kerner von Marilaun

Franz Wawrik

Das Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt seit dem Jahr 1954 zwei auf den ersten Blick eher unscheinbare Exponate, die sich aber bei näherer Prüfung für die österreichische Wissenschaftsgeschichte von einiger Bedeutung erweisen. Als ihr Hersteller gilt der Geologe und Meteorologe Fritz Kerner, Ritter von Marilaun (1866-1944), der als Mitarbeiter an der geologischen Landesaufnahme der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bekannt ist.

Der eine der beiden Globen stellt den Mars dar, der andere die Erde während der Juraepoche. Bei beiden Objekten handelte es sich ursprünglich um übliche Erdgloben von 16 cm Durchmesser des Verlagshauses Jan Felkl. Ihr neues Kartenbild wurde auf die bedruckten Streifen gemalt. Der Marsglobus entspricht den Beobachtungsergebnissen von Giovannio Virginio Schiaparelli (1835-1910), der zwischen 1862 und 1900 das Brera-Observatorium in Mailand leitete. Er glaubte, auf der Oberfläche des Roten Planeten gerade Linien erkannt zu haben, die er für Rinnen hielt und als "canali" bezeichnete. Seine vermeintlichen Erkenntnisse wurden angeblich von zahlreichen Astronomen - die sogar an Kunstbauten intelligenter Marsbewohner dachten - nachvollzogen und endgültig erst durch die Mars-Missionen in den 1960er Jahren widerlegt.

Der "Jura-Globus" zeigt die Verteilung von Land und Wasser auf der Erdoberfläche um die Mitte des erdgeschichtlichen Mittelalters (vor ca. 200 Mio. bis 138 Mio. Jahren) gemäß der Theorie des sogenannten "Fixismus". Demnach bleiben die Kontinente ortsfest. Ihre Umrisse werden nicht durch eine waagrechte Drift, sondern nur durch Hebungen und Senkungen ("isostatische Bewegungen") verändert. Diese Theorie hatte auch der sogar von Charles Darwin hochgeschätzte Geologe und Begründer des Instituts für Paläontologie an der Universität Wien, Melchior Neumayr (1845-1890) vertreten. Sie wurde erst vor etwa vierzig Jahren durch Alfred Wegeners Lehre der Kontinentalverschiebung aus dem Jahr 1915 abgelöst. Da Neumayr in seinem zweibändigen Hauptwerk "Erdgeschichte" (1886/87) auch die Mars-Karte Schiaparellis wiedergegeben hatte und er seinen Fachkollegen Kerner von Marilaun höchstwahrscheinlich persönlich kannte, erscheint es durchaus möglich, daß er ihn bei der Anfertigung zumindest indirekt beeinflußte.

 

The Invisible Globe

James Bissel-Thomas

Greaves & Thomas have patented a unique globe that is formed when a spherical ring is spun on a vertical axis, combined with individually programmed lights positioned in continuous sequence along the outside edge of the spinning ring. It is the 'persistance of vision' which tricks your eye into seeing a complete spherical ball instead of a spinning ring of light. The Invisible globe can be programmed to display a stationary globe or a moving globe of the world (celestial sphere or planet).

The invisible globe can be programmed to display movement, cloud formations, flight routes, bird and animal migration. Past movement of the land masses to the present positions of the continents.

Any globe or map projection from past history can be manipulated, in order to be displayed on this globe. Consequently the history of the world can be displayed by sequencing gores or maps in chronological order.

To date two prototypes have been made:

A prototype version has been brought to Nurenburg.

 

 

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